Vier Tage nach Crash
Moskau: Prigoschins Tod durch DNA-Test bestätigt
Nach dem Flugzeugabsturz am Mittwoch mit zehn Toten nordwestlich von Moskau dürfte geklärt sein, dass sich der Chef der Söldnergruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, unter den Toten befunden hatte. Ein DNA-Test habe die Identität des Verstorbenen bestätigt, ließen russische Ermittler wissen.
Bei den genetischen Untersuchungen seien alle zehn Todesopfer des Absturzes identifiziert worden, erklärte das russische Ermittlungskomitee am Sonntag. „Die molekulargenetischen Untersuchungen im Rahmen der Ermittlungen zum Flugzeugabsturz in der Region Twer wurden abgeschlossen“, sagte Swetlana Petrenko, Sprecherin des für schwere Straftaten zuständigen Ermittlungskomitees. Anhand dieser Ergebnisse „wurden die Identitäten aller zehn Opfer festgestellt, sie entsprechen der in der Flugliste angegebenen Liste“. Auf der Liste stand Prigoschin, aber auch sein Stellvertreter Dmitri Utkin. Nähere Angaben machte das Ermittlungskomitee zunächst nicht.
Auf der Liste stand Behördenangaben zufolge Prigoschin, aber auch sein Stellvertreter Dmitri Utkin. Nähere Angaben machte das Ermittlungskomitee zunächst nicht. Die Ermittler äußerten sich auch nicht zu den untersuchten Spuren.
Kreml weist Spekulationen über Verwicklung in Crash als „Lüge“ zurück
Das Flugzeug war am Mittwochabend in der russischen Region Twer abgestürzt, nach Behördenangaben kamen alle zehn Insassen ums Leben. Der Tod Prigoschins war bisher formell nicht bestätigt worden. Seit dem Absturz gibt es Spekulationen, dass es sich um einen Anschlag auf den Wagner-Chef gehandelt haben könnte. Der Kreml wies jegliche Vermutungen über eine Verwicklung in den Fall als „absolute Lüge“ zurück.
Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des „Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften im Luftverkehr“ eingeleitet, Einzelheiten zur möglichen Ursache des Absturzes wurden bisher jedoch nicht genannt.
Genau zwei Monate vor dem Flugzeugabsturz hatte Prigoschin seine Söldner in einem Aufstand Richtung Moskau marschieren lassen. Ziel war laut Prigoschin der Sturz der russischen Armeeführung und von Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Nach einem Tag hatte der Wagner-Chef den Aufstand jedoch wieder abgeblasen, im Gegenzug wurde ihm Straffreiheit zugesichert.
Lukaschenko glaubt nicht an Beteiligung Putins: „Grob und unprofessionell“
In der Ukraine und im Westen wird gemutmaßt, dass der Kreml den in Ungnade gefallenen Prigoschin beseitigen wollte. Der eng mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbündete belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko sagte zu den Spekulationen, er halte es nicht für möglich, dass der russische Präsident Wladimir Putin hinter Prigoschins mutmaßlichem Tod stecke. Der Flugzeugabsturz sei eine „zu grobe und unprofessionelle Arbeit“, als dass Putin dafür verantwortlich sein könnte.
Putin über Prigoschin: „Fähiger“ Mann, der „schwere Fehler" begangen habe
Putin selbst, der Prigoschin wegen der bewaffneten Rebellion vor zwei Monaten als Verräter bezeichnet hatte, hatte am Donnerstagabend in der Vergangenheitsform über den Söldnerführer gesprochen. Dieser sei ein „fähiger“ Mann gewesen, der „schwere Fehler“ begangen habe. Bis zu der kurzzeitigen Rebellion hatte die Wagner-Gruppe eine große Rolle in der russischen Offensive gegen
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