27 Erkrankte

Aktion „mit scharf“ bei Wiener Kebab-Standln

Wien
01.09.2023 06:00

Ein Toter, 27 erkrankte Österreicher - Bakterien im Kebab-Fleischblock als stille Gefahr. Nun rückten in Wien die Behörden aus - zur Aktion „mit scharf“.

Für die folgende Geschichte brauchen Sie einen starken Magen, denn es kann leider unappetitlich werden. Hintergrund: Mit Salmonellen verseuchtes Kebab-Gammelfleisch aus dem Osten löste auch hierzulande Infektionen aus - mit fatalen Folgen: Ein über-60-jähriger Mann aus Kärnten starb an den Folgen des Erregerstamms Salmonella Enteritidis, mehr als 27 Österreicher sind erkrankt.

Einmal zum Mitnehmen, bitte: Die Beamten schickten Fleischproben in die Labore. (Bild: Christian Jauschowetz)
Einmal zum Mitnehmen, bitte: Die Beamten schickten Fleischproben in die Labore.
Aktion „mit scharf“: In acht Betrieben kam es zum unangemeldeten Besuch der Einsatztruppe. (Bild: Gruppe Sofortmaßnahmen, Stadt Wien)
Aktion „mit scharf“: In acht Betrieben kam es zum unangemeldeten Besuch der Einsatztruppe.

19 Kebab-Standln betroffen
Und so kam es in Wien bei 19 Kebab-Standln zur Aktion „mit scharf“ - das Einsatzteam Stadt Wien unter der Leitung der Gruppe Sofortmaßnahmen hat in Favoriten, Rudolfsheim-Fünfhaus und Ottakring Stichproben der Fleischblöcke genommen, um die Ware auf Gift-Bakterien zu untersuchen. Mit dabei: die Österreichische Gesundheitskasse und das Wiener Marktamt. Die Bilanz der Razzien:

  • In acht Betrieben wurden Lebensmittelproben entnommen - Labore untersuchen die Fleischproben. Ein umfangreicher Salmonellen-Bericht wird demnächst vorliegen.
  • Aber noch an Ort und Stelle wurden 13 Organmandate aufgrund hygienischer Missstände ausgestellt. Und die sind teilweise schwer zu verdauen: falsche Lagerung und Kühlung von Lebensmitteln (von Altfleisch), Brotreste zwischen verdreckten Tiefkühltruhen und noch ekelhaftere Wände sowie Herde, die wohl nur sehr selten in ihrem Leben einen nassen Putzfetzen gesehen haben.
  • Eine Anzeige nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz, weitere vier Ermittlungen in Bezug auf Lohn- und Sozialdumping, sieben Anzeigen nach der Allergenverordnung, drei Verstöße gegen das allgemeine Sozialversicherungsgesetz.

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Weitere Kontrollen geplant
„Imbissstände bereichern die kulinarische Vielfalt Wiens. Dennoch muss sichergestellt sein, dass der Genuss von Speisen keine Gefahr für Konsumenten darstellt“, betonte Walter Hillerer, Leiter des Einsatzteams Stadt Wien sowie der Gruppe Sofortmaßnahmen. Und: Es wird weitere Kontrollen geben.

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