Angesichts der hohen Inflation erwarten die Sozialpartner bei der Herbstlohnrunde besonders harte und lange Verhandlungen. Der neue Produktionsgewerkschafts-Chef Reinhold Binder warnt vor „Lohnraub“. Einmalzahlungen seien auf jeden Fall tabu, so Binder gegenüber der „Krone“.
Die Kollektivvertragsverhandlungen in der Metalltechnischen Industrie (137.000 Beschäftigte) starten am 25. September. Im Zeitraum September 2022 bis August 2023 belief sich die Inflationsrate (VPI) auf 9,6 Prozent. Im Oktober folgt dann der Start der KV-Verhandlungen für 430.000 Handels-Angestellte und -Lehrlinge.
„Die Arbeitgeber müssen sich auf harte Verhandlungen einstellen“
Der im Juni ins Amt gewählte Chef der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) will bei den Metaller-KV-Verhandlungen „eine g‘scheite Lohnerhöhung“ erreichen. „Einmalzahlungen können nur der Schnittlauch auf dem Brot sein“, sagte Binder. Die Arbeitgeber müssten sich jedenfalls „auf harte Verhandlungen“ einstellen, man sei sich aber „jeder Verantwortung bewusst“. Man schrecke „nicht vor Kampfmaßnahmen zurück“, sagte der Spitzengewerkschafter der „Krone“.
Einmalzahlungen sind auf jeden Fall tabu.
Reinhold Binder, der neue Produktionsgewerkschafts-Chef
Bild: Juerg Christandl / KURIER / picturedesk.com
Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer warnte davor, bei den Lohnverhandlungen den Aspekt Wettbewerbsfähigkeit zu negieren. „Wenn ich den ausblende, dann kann es passieren, dass es nicht nur zu einer schleichenden Abwanderung und Bedrohung kommt, sondern zu einer ganz realen und unmittelbaren“, so Mahrer gegenüber der „Kleinen Zeitung“.
Mahrer lobt Gesprächsklima
Das Verhältnis zwischen Wirtschaftskammer und Gewerkschaft ist laut dem WKÖ-Präsident aber ungetrübt. „Wir haben ein exzellentes Gesprächsklima und arbeiten wertschätzend zusammen - wenn‘s um die großen Lösungen für das Land geht“. Da funktioniere die Sozialpartnerschaft „entschieden besser als die Arbeit innerhalb der Regierung oder zwischen Regierung und Opposition“, sagte Mahrer.
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