„Seid ihr dumm?“

Medwedew nimmt kuriose Auszeit und beschimpft Fans

Tennis
01.09.2023 12:31

Titelverteidiger Carlos Alcaraz und der Champion von 2021, Daniil Medwedew, steuern bei den US Open weiter auf den Halbfinal-Hit gegeneinander zu. Der 20-jährige Spanier hatte am Donnerstag mit dem Südafrikaner Lloyd Harris nur in Satz drei Mühe, blieb nach 6:3,6:1,7:6(4) aber ohne Satzverlust. Medwedew musste gegen Christopher O‘Connell beim 6:2,6:2,6:7(6),6:2 seinen ersten Satz abgeben. Die Nummer 3 legte sich auch wieder einmal mit dem New Yorker Publikum an.

Der launische Russe vermag sowohl mit Humor als auch weniger netten Ausbrüchen das Publikum auf verschiedenste Weisen zu unterhalten. „Ein hartes Match. Ich weiß nicht warum, aber zu einem bestimmten Zeitpunkt im Match hat er einfach entschieden, besser zu spielen“, scherzte Medwedew, nachdem sein Match erst nach 01.00 Uhr Ortszeit zu Ende gegangen war. Davor hatte er den dritten Satz mit einem Doppelfehler an O‘Connell abgegeben, nachdem er im Tiebreak zuvor zwei Matchbälle bei eigenem Aufschlag ausgelassen hatte.

„Seid ihr dumm, oder was?“
Dann ließ der Russe den Arzt auf den Platz kommen, der zuvor schon O‘Connell behandelt hatte, und folgender Dialog kam zustande: „Haben Sie irgendwelche Symptome?“, fragte der Arzt. Medwedew antwortete: „Ja, ich habe den Satz verloren... geben Sie mir das Gleiche, was Sie ihm vorher gegeben haben.“ Dann legte sich Medwedew wie schon vor einigen Jahren mit dem Publikum an, weil sich einige Fans zu langsam hingesetzt hatten. „Seid ihr dumm, oder was?“. Der regierende Wien-Sieger ist keinesfalls ein 08/15-Spieler, weder vom Tennis, noch vom Charakter her.

Krass im Gegensatz dazu der neue Publikumsliebling Carlos Alcaraz. „Wir versuchen, gute Vibes zu den Fans zu bringen. Ich versuche immer, ich selbst zu sein. Ich bin immer glücklich und lächle“, sagte der 20-jährige Spanier schon vor seinem Sieg, obwohl ihm bei seinen 29 unerzwungenen Fehlern nicht immer zum Lachen zumute war.

Carlos Alcaraz (Bild: APA/AFP/COREY SIPKIN)
Carlos Alcaraz

Generationenduell
Auf einen echten Generationenkracher in Runde drei dürfen sich die Fans freuen: Denn nach dem 6:4,6:2,6:4 der Nummer sechs, Jannik Sinner, im Italiener-Duell mit Lorenzo Sonego und dem 7:6,6:7,6:3,6:2-Erfolg des schon 38-jährigen Stan Wawrinka über Tomas Etcheverry (ARG-30) spielen die beiden gegeneinander. Interessant wird es wohl auch für Alexander Zverev (GER-12), der nach vier harten Sätzen gegen Landsmann Daniel Altmaier nun gegen Grigor Dimitrow (BUL) antreten muss. Letzterer ließ dem dreifachen Major-Sieger Andy Murray keine Chance. Pechvogel des Tages war Matteo Berrettini, der in seinem Zweitrundenmatch gegen den Franzosen Arthur Rinderknech überknöchelte und laut aufschrie. Der Wimbledon-Finalist 2021 wird wohl erneut eine Zeit lang ausfallen.

Kampf um Weltranglistenspitze bei den Frauen
Bei den Frauen setzten sich die Favoritinnen durch: Die Nummern zwei und drei, Aryna Sabalenka aus Belarus und Milliardärstochter Jessica Pegula (USA), gaben nur fünf bzw. vier Games ab. Dafür hatte die als Nummer 5 gesetzte Tunesierin Ons Jabeur gegen Linda Noskova aus Tschechien erstaunlich viel Mühe. Die Vorjahresfinalistin siegte mit 7:6(7),4:6,6:3 erst nach 2:12 Stunden. Für Sabalenka steht in New York übrigens auch die Nummer eins auf dem Spiel: Sobald sie eine Runde weiter kommt als die Führende und Titelverteidigerin Iga Swiatek (POL), übernimmt sie den Tennis-„Thron“.

Schließlich sagte am Donnerstag auch noch ein wahrlich Großer Adieu: Mit 38 hatte der 2,08 m große US-Amerikaner John Isner sein Karriereende in New York angekündigt. Beschert wurde es ihm von Landsmann Michael Mmoh in einem Fünf-Satz-Marathon. Bezeichnend für die Karriere des Assen-Königs, der in Wimbledon gegen Nicolas Mahut (FRA) und dem 70:68 im fünften Satz nach 11:05 Stunden einen Rekord für die Ewigkeit markiert hatte. „Tennis war ein großer Teil meines Lebens“, sagte Isner mit Tränen in den Augen. „Es ist hart, sich zu verabschieden, aber irgendwann musste dieser Tag kommen“, ergänzte der vierfache Vater. Der Ex-Weltranglisten-Achte hat 16 ATP-Titel gewonnen.

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(Bild: KMM)



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