Die meisten hatten das Thema Coronavirus wohl als beendet betrachtet - doch angesichts der jüngsten Entwicklungen rufen die Spitäler zur Vorsicht auf. Denn die Hospitalisierungszahlen steigen. krone.at hat bei Prof. Andreas Bergthaler, Leiter des Instituts für Hygiene und Angewandte Immunologie der Meduni Wien nachgefragt.
Ende August befanden sich 150 Menschen mit einer Covid-Erkrankung österreichweit im Krankenhaus - im Vergleich zur Situation während der Pandemie-Hochzeit wirkt dies fast vernachlässigbar. Aber: Die Zahlen steigen und mit dem heranrückenden Herbst und im Winter wird sich auch das Infektionsgeschehen wieder ausbreiten. Grund zur Panik sieht Immunologe Andreas Bergthaler derzeit aber nicht.
krone.at: Wie sieht es aktuell mit den Infektionszahlen in Österreich aus?
Andreas Bergthaler: Was die letzten Wochen schon klar ist, dass das Infektionsgeschehen im Steigen ist. Der Grund dafür ist sicher auch die „Eris“-Variante, aber es kommen wohl noch weitere Faktoren hinzu, wie etwa der Schulbeginn. Insgesamt ist der Anstieg wenig überraschend.
Erwarten Sie für den Winter einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen?
Der größte Unterschied zu 2020 ist, dass die meisten von uns eine gute Immunität aufgebaut haben. Das schützt vor schweren Verläufen. Ja, die Zahlen werden steigen, dadurch wird es auch schwere Erkrankungen geben. Und es wird leider auch zu Long-Covid-Fällen kommen. Aber das Virus wird uns nicht mit jener Wucht wie in den Anfangsjahren der Pandemie treffen.
Könnten die Spitäler in Österreich an Kapazitätsgrenzen stoßen?
Derzeit gibt es keine Veranlassung, anzunehmen, dass das Gesundheitssystem gefährdet ist.
Raten Sie jetzt schon zur Impfung, bzw. wer sollte sich impfen lassen?
Für die, die es wollen, wird demnächst ein aktualisierter Impfstoff verfügbar sein, dieser deckt die gängigen Virusvarianten ab. Für Personen mit Vorerkrankungen macht eine Impfung sicher Sinn. Und natürlich können sich Personen, bei denen eine Infektion oder Auffrischungsimpfung vielleicht schon länger her ist, impfen lassen, wenn sie das Gefühl haben, den Schutz zu brauchen. Prinzipiell gibt es die Empfehlung des Nationalen Impfgremiums.
Hospitalisierungen steigen an
Die Corona-Hospitalisierungen waren jüngst auch in Österreich wieder angestiegen und lagen laut SARI-Dashboard zuletzt bei etwa 155 verzeichneten stationären Aufnahmen in Kalenderwoche 34 (gegenüber 37 in Kalenderwoche 28). Die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Spitälern sei auf einem „niedrigem Niveau“ im Vergleich zu 2020 und 2021, sagte Komplexitätsforscher Peter Klimek. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir durch Covid alleine wieder in Spitalsbelastungen kommen, wie wir es in den ersten zwei Jahren der Pandemie hatten.“
Daran änderten auch die neuen Varianten nichts. Auch wenn die in Abwasseranalysen erhobene Virenfracht, die auf Corona-Infektionen hinweisen, im Zuge der vergangenen Wellen relativ hoch gewesen wäre, würde diese in einem viel geringeren Ausmaß in schwere Erkrankungen übersetzt.
Neuer Impfstoff in Österreich eingetroffen
Die ersten angepassten Impfstoffe gegen das Coronavirus sind am Dienstag in Österreich eingetroffen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In den nächsten Tagen werden sie auch in die Bundesländer ausgeliefert und sollten im Laufe der kommenden Woche an den jeweiligen Impfstellen verfügbar sein. Insgesamt sollen im Herbst 1,9 Millionen Dosen zur Verfügung stehen.
Der an die dominierende Variante Omikron XBB.1.5 angepasster Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer war zuletzt von der EU zugelassen worden. Für den Herbst erwartet werden noch weitere angepasste Impfstoffe, etwa vom US-Unternehmen Moderna.
Ein Stich ab Herbst
Das Nationale Impfgremium hat vergangene Woche seine Impfempfehlung für Österreich geändert. Waren bisher je nach Impfstoff bis zu drei Dosen für die Grundimmunisierung erforderlich, gilt ab Herbst die Empfehlung für nur noch eine Corona-Impfung.
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