Junge Umweltaktivisten aus mehreren Ländern haben sich auf dem Ochsentaler Gletscher am Fuße des Piz Buins getroffen, um einen konsequenteren Klimaschutz einzufordern. Die Prognose für Vorarlbergs größten Fernen ist nicht sonderlich erfreulich.
Die Gletscher in den Alpen schmelzen als Folge der Erderwärmung förmlich dahin, viele von ihnen könnten bis zum Ende des Jahrhunderts ganz verschwinden. Besonders besorgniserregend ist die rasant zunehmende Geschwindigkeit des Gletschersterbens: Laut einer Analyse des Österreichischen Alpenvereins sind die heimischen Ferner im Jahr 2022 so schnell geschrumpft wie noch nie zuvor - im Durchschnitt haben sie etwa 29 Meter an Länge eingebüßt, was dem 2,6-fachen des Rückgangs von 2021 entspricht.
ist der Ochsentaler Gletscher seit 1850 zurückgewichen. Ob der einst mächtige Ferner das Jahrhundert überleben wird, ist mehr als fraglich.
Schutt statt ewiges Eis
Vorarlbergs größtes Eisfeld, der Ochsentaler Gletscher in der Silvretta, macht da keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil: Vom einst mächtigen Ferner zeugen nur noch Relikte, seit 1850 ist der Ochsentaler um fast 2,5 Kilometer zurückgewichen. Dort, wo sich einst das ewige Eis ausbreitete, liegt heute nur noch Schutt. „Der Ochsentaler Gletscher verliert durch den starken frontalen Rückzug seine Eigenschaft als Talgletscher“, so der Befund des Gletscherforschers Federico Cazorzi vom Italienischen Glaziologisches Komitee. Er ist Teil der „Gletscherkarawane“, einer Initiative, die Alpengletscher beobachtet und für deren Schutz kämpft. Am Fuße des Ochsentalers trafen die Umweltaktivisten auf Teilnehmer des „Erasmus+“-Projekts „Alpine Climate Camps“ - sie alle waren natürlich mit dem Rad angereist.
Appell an den Klimaschutz
Ziel der gemeinsamen Aktion war es, einerseits für einen konsequenteren Klimaschutz zu appellieren und anderseits auf die Tatsache aufmerksam zu machen, dass sich die letzten Gletscher der Alpen nur dann retten lassen, wenn alle Staaten an einem Strick ziehen. Ob sich der Ochsentaler noch retten lässt? „Wenn nicht, dann nehmen wir ihn zumindest als Symbol für den menschengemachten Klimawandel und unseren Einfluss auf unsere Ökosysteme mit nach Hause“, so eine Teilnehmerin.
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