Was als Aufwärmübung für das EM-Qualifikationsspiel in Schweden gedacht war, hat mit einer Enttäuschung gegen Moldau (1:1) geendet. Die Spieler aus der zweiten Reihe nutzten ihre Chance nicht. Kritik von Ralf Rangnick gibt’s an Debütant Schnegg, der in der Schlussphase „völlig platt“ war.
Das 1:1 der österreichischen Nationalmannschaft am Donnerstag in Linz gegen die Republik Moldau sorgte fünf Tage vor dem Highlight in Solna für einigermaßen Ernüchterung und lieferte Teamchef Ralf Rangnick tatsächlich neue Erkenntnisse - allerdings von der unangenehmen Sorte. Der Deutsche hatte das Duell mit der Nummer 164 der Welt als Qualifying für die Plätze in der Anfangs-Elf gegen Schweden bezeichnet, heraus kamen ausschließlich Rückversetzungen. Niemand aus der zweiten Reihe konnte sich für ein Stammleiberl aufdrängen. „Wir haben Aufschlüsse für die Startformation bekommen, aber anders, als ich es mir vorgestellt habe. Ich habe gehofft, dass es mir der eine oder andere schwerer machen wird, doch das war nicht der Fall“, gestand Rangnick.
„Das hat mich schon gewundert“
Mit Debütant David Schnegg war Rangnick unter anderem nicht zufrieden. „Mich hat schon gewundert, dass er in den letzten 20 Minuten offensichtlich völlig platt war. Er ist 23, 24 Jahre alt und müsste eigentlich am Beginn einer Saison voll im Saft stehen, so intensiv war das Spiel auch nicht.“ Der Linksverteidiger von Sturm Graz habe zwar „in der ersten Hälfte die eine oder andere gute Aktion“ abgeliefert, „wo er in den Speed gekommen ist und den einen oder anderen Freistoß herausgeholt hat“. Doch am Ende habe man bei Schnegg „die eine oder andere technische Unsauberkeit“ gemerkt, so der Teamchef.
Frühes „Eigentor“
Exemplarisch für den gebrauchten Abend stand das 0:1 nach nicht einmal drei Minuten, als Goalie Daniel Bachmann nach einer misslungenen Rückgabe von Kevin Danso patzte. „Es war ein Tormannfehler, aber auch ein richtig schlechter Rückpass“, sagte Rangnick. „Das war eigentlich ein Eigentor.“ Danso blieb so wie der zweite Innenverteidiger Philipp Lienhart zur Pause in der Kabine. Um die Partie noch halbwegs zu retten, brachte Rangnick unter anderem David Alaba und Marcel Sabitzer, für die aus Schonungszwecken ursprünglich gar kein Einsatz vorgesehen war.
Zu viele Rück- und Querpässe
Mit diesem Duo und weiteren arrivierten Kickern wie Marko Arnautovic, Christoph Baumgartner und Xaver Schlager gelang dann eine zumindest kleine Steigerung, auch wenn Rangnick die Leistung in den letzten 15 Minuten bemängelte. So richtig im Magen lagen dem Coach aber die ersten 45 Minuten. Da habe man zu viele Rück- und Querpässe produziert, kritisierte der 65-Jährige.
Auf mangelnde Leidenschaft sei die triste Darbietung nicht zurückzuführen, betonte Rangnick. „Ich glaube nicht, dass es am letzten Punch lag. Es lag an technischen Unzulänglichkeiten und hatte in erster Linie mit der Passqualität und dem zielstrebigen Spiel nach vorne zu tun. Auch die Qualität der Flanken hat nicht gepasst, und unser Aufbauspiel von hinten heraus war gelinde gesagt schlecht.“
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