Was für eine Show: Am Samstagabend verwandelte in Linz die Visualisierte Klangwolke mit dem Titel „Odyssey“ die Donau vor dem Brucknerhaus in ein Meer aus Farben, auf dem poetische Bilder und grandiose Live-Acts mehr als 100.000 Besucher begeisterten. Die große Klammer aber war eine berauschende Musikperformance, von der virtuosen Stimme der Solistin Amber Monroe geführt. Tosender Applaus für eines der größten Kultur-Events des Jahres in Österreich.
Regisseurin Francesca Zambello zog viele Register. Sie beschwor zuerst kurz mit Pyrotechnik eine feuerspuckende Apokalypse nach dem fossilen Zeitalter. Auf die Flammen folgte die Suche nach dem Leben. Ein mutiges Mädchen ging auf die Reise und besuchte Kulturen, die ihre friedfertige Lebensfreude in Tanz und Musik ausdrücken. Eine rührende, hoffnungsvolle Revue!
Fesselnde Show auf dem Fluss und am Ufer
Für die dicht gedrängten Besucher im Donaupark gab es Grandioses zu sehen: Drei Schleppkähne, die auf der Donau manövrierten, waren mit Lichtskulpturen überbaut. Sie dienten als Leinwand für blumige, atmosphärische oder magische Visuals und waren zugleich vielgestaltige Bühnen für mehrere Live-Acts. Hervorstechend die waghalsige Akrobatikshow der Gruppe „The Freaks“ oder Luftakrobatin Lydia Goldman, es gab auch bezauberndes Ballett oder heißblütige Stepptänzer.
Im Fluss der Musik
Komponistin Laura Karpman entwickelte musikalisch diese Reise, führte durch stilistisch vielfältige „Flüsse“, beginnend beim Donauwalzer und Smetanas “Moldau", die in jazzigen Drive und heiße Rhythmen oder warme Worldmusic überflossen. Dazu die grandiose Solo-Stimme von Sängerin Amber Monroe, die auf einem der Schiffe auf einem bewegten Berg positioniert war. Die Hauptrolle übernahmen gleich vier jungen Darstellerinnen - Ilia Maria Deinhammer, Emilia Gringinger, Christina Shamiyeh und Selma Spitzer. Beherzt auch die jungen Sänger: Der Jugendchor des Landestheaters Linz performte die Anliegen der nächsten Generation.
Wassertaufe inklusive
Als Gesamtkunstwerk betrachtet, kehrte die Klangwolke mit großer Authentizität wieder an ihre Wurzeln zurück. Und rund 200 Lautsprecher sorgten dafür, dass sie auch in Dezibel gemessen ihrem Namen gerecht wurde. Eine Taufe gab es auch noch: Einige Wasserfontänen, die von Urfahraner Seite am Schluss noch zugespritzt wurden, verfehlten ihr Ziel und ließen Zuschauer, die sich auf dem Salonschiff Florentine befanden, nass werden.
Hautnah und in Echtzeit
An Land verstärkten zwei riesige Leinwände auf Videotrucks die Show mit Visuals und Zuspielungen in Echtzeit. Jeder konnte dadurch auch hautnah die Akteure erleben. Auf ein (umweltschädliches) Feuerwerk wurde - wie schon in den letzten Jahren - verzichtet. Auch das goutierte das Publikum.
Einmal mehr bewies die Linzer Klangwolke, dass sie bei Großraum-Inszenierungen die Nase vorne hat. Für rund 400 Mitwirkende gab es im Donaupark von mehr als 100.000 Besuchern heftigen Beifall.
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