Die Organisation Fridays For Future (FFF) ruft für Freitag erneut zu einem internationalen Klimastreik auf. Die größte Demo findet am Freitag in Wien statt. Die Organisatoren rechnen mit „Tausenden Teilnehmern“. Zentrale Forderung: Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) solle einen „nationalen Klimakatastrophengipfel“ einberufen.
Klara König von Fridays For Future forderte, dass der von Umweltkatastrophen geprägte Sommer samt Hochwasser, Dürre und Waldbränden ein „Nachspiel haben muss“. Der Klimakatastrophen-Sommer verlange einen Herbst, auf den ernsthaftes klimapolitisches Anpacken folgen muss.
„Der erste Schritt: der Kanzler beruft einen Klimakatastrophengipfel ein“, so König. Hier solle die Bundesregierung gemeinsam mit den Landeshauptleuten „eine Zeitenwende in der österreichischen Klimapolitik einläuten“.
Extremwetter verursachen Schäden in Milliardenhöhe
Karl Steininger, Klimaökonom und Leiter des Wegener Center der Universität Graz, unterstrich vor allem die dramatischen ökonomischen Folgen der Klimaerhitzung. In Österreich liegen demnach die vor allem durch Extremwetter verursachten Schäden derzeit bei durchschnittlich mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr.
Der Protest am Freitag wird von etlichen Organisationen, Künstlern sowie Wissenschaftern unterstützt. Österreichweit werden elf Demos stattfinden, wobei die größte erneut in Wien erwartet wird. Start ist um 12 Uhr beim Bahnhof Wien-Mitte, die Abschlusskundgebung ist ab 16 Uhr am Heldenplatz geplant.
„Jeder investierte Euro verringert Schäden um zehn bis 20 Euro“
Im Jahr 2030 wird es laut den Prognosemodellen zumindest drei bis sieben Milliarden Euro ausmachen und bis 2050 weiter auf sieben bis 14 Milliarden Euro steigen. Mit entsprechenden Investitionen könnten diese Summen erheblich gesenkt werden. „Jeder investierte Euro verringert Schäden um zehn bis 20 Euro“, so der Ökonom.
Klimagipfel „längst überfällig“
„Wir haben Unternehmen, die Wärmepumpen bauen und Schienen verlegen können, und wir haben fertige Gesetze in den Schubladen der Ministerien liegen. Woran es scheitert, ist der Wille der Politik“, kritisiert der Ökonom. Der geforderte Klimagipfel sei daher „ein längst überfälliger Schritt“.
„In den letzten 30 Jahren habe ich gesehen, wie sich die Klimakrise auf den Höfen und in der Natur immer weiter zuspitzt. Früher hatten wir alle zehn Jahre ein trockenes Jahr, jetzt ist Hitze und Trockenheit ein Normalzustand im Weinviertel, zeigt Biobäuerin Maria Vogt exemplarisch auf.
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