Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am Dienstag Bundeskanzler Karl Nehammer und Innenminister Gerhard Karner zu sich nach München eingeladen, um über Migrations- und Energiefragen zu diskutieren. Söder outete sich am Rande des Besuchs als Fan der heimischen Asylpolitik. Er wünsche sich in diesem Bereich „mehr Wien als Berlin“, betonte der konservative bayrische Regierungschef.
Österreich sei in der Migrationspolitik „fast zu einem Verbündeten“ geworden, hob Söder hervor. Die Regierungschefs von Bayern und Österreich seien als Vertreter der bürgerlichen Mitte „Verwandte im Geiste“. Nehammer betonte seinerseits: „In Österreich sind die Antragszahlen im Vergleich zum Juli des Vorjahres um mehr als 50 Prozent gesunken, in Deutschland steigen sie. Auch deshalb sind wir uns einig, dass es neben der bilateralen Zusammenarbeit einen effektiven EU-Außengrenzschutz und verstärkte Kooperation mit Herkunfts- und Transitländern braucht.“
Bayern sei bei dem Treffen „sehr interessiert daran“ gewesen, wie Österreich die Zahl der Asylanträge zum Sinken gebracht hat. „Österreich und Bayern sind hauptbetroffen vom Druck durch die Migrationsbewegungen. Angesichts der Lage ist es wesentlich, unsere Zusammenarbeit im Kampf gegen die illegale Migration noch weiter zu stärken“, betonte Nehammer.
Zahl der Asylanträge sinkt
Insgesamt wurden heuer in Österreich bis Ende Juli 28.491 Asylanträge gestellt, das ist ein Rückgang um 35 Prozent im Vergleich zu den ersten sieben Monaten des Jahres 2022. Damit liegt Österreich laut dem Innenministerium in Wien nicht im EU-Trend, wo ein Plus von 30 Prozent verzeichnet wurde. Hierzulande gewährte man bis Ende Juli in insgesamt 9275 Fällen Asyl, 15.691 Entscheidungen fielen negativ aus.
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