Zuversicht geht anders
„Werden wir gewinnen?“ – Schoigu zuckt Schultern
Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu scheint sich selbst nicht sicher zu sein, ob sein Land im Invasionskrieg in der Ukraine einen Sieg erringen kann. Als ihn ein TV-Reporter fragt: „Werden wir gewinnen?“, zuckt er nach längerer Pause die Schultern und hebt dazu fast schon theatralisch die Arme auf die Seite. Erst nach dieser wenig zuversichtlichen Geste antwortet er schließlich: „Wir haben keine andere Wahl.“
Ausschnitte eines Interviews mit Schoigu kursieren derzeit in sozialen Medien. Auf viele Beobachter wirkt er in dem Interview nicht mehr so siegessicher wie noch zu Kriegsbeginn. Der Minister erklärte darin am Mittwoch, dass seine Streitkräfte angesichts der Gegenoffensive der Ukraine eine „aktive Verteidigung“ aufrechterhalten würden. Ungewöhnlich offen räumte er ein, dass die Situation an der Front stellenweise schwierig sei.
Hauptaufgabe: Feindliche Waffen ausschalten
„Die Streitkräfte sorgen für eine aktive Verteidigung an den notwendigen, wesentlichen Fronten. An manchen Orten ist es schwieriger, an anderen einfacher“, erklärte Schoigu. „Aber ich kann sagen, dass die Jungs und der Kommandant souverän auftreten und zuverlässig das verteidigen, was wir im Moment verteidigen müssen - natürlich die Orte, an denen die ukrainischen Streitkräfte durchbrechen wollen.“ Die Hauptaufgabe der russischen Streitkräfte bestehe darin, feindliche Waffen auszuschalten, so Schoigu.
Der Ukraine konnte in der jüngsten Vergangenheit einige Erfolge im Kampf gegen die Invasoren erzielen. So wurden in dieser Woche zwei Kriegsschiffe im Hafen von Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim von Raketen getroffen. 24 Menschen wurden bei dem schweren Angriff verletzt. In der Nacht auf Donnerstag kam es erneut zu einer heftigen Explosion auf der Krim - auf dem Himmel war ein riesiger Feuerball zu sehen, wie Aufnahmen in sozialen Medien zeigen.
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