„Du musst dich entscheiden!“ Jeder hat heute eine Meinung. Doch welche Meinung stimmt? Volkstheater-Chef Key Voges inszeniert mit seinem bewegungsfreudigen Ensemble eine bunte TV-Show, die mehr Tiefgang verspricht, als sie hält - aber zumindest für gute Abendunterhaltung sorgt.
Plastikbälle fliegen zum fröhlichen Schlussapplaus von der Bühne ins Volkstheater-Publikum und wieder zurück. Zweieinhalb Stunden haben die Kandidaten, darunter ein Ossi mit Minderwertigkeitskomplex, ein „hoamattreuer“ Kärntner, ein schwules Grazer Paar, das ein Start-up für CO₂ sparende Asienreisen betreibt, oder eine vom Moderator mit immer neuen Fantasy-Asia-Namen angesprochene Pianistin um zwei Millionen Euro gefightet.
Sie sind auf den drei Feldern in Rot, Grün und Blau herumgehüpft, um die Meinung aus dem Publikum auf jeweils drei Fragen zu erraten. Das darf nämlich per Handy voten - wenn es stimmt, und die Antworten nicht ohnehin feststehen. Kay Voges (Regie) hat mit Kunst-Akademierektor Johan Frederik Hartle und dem spring freudigem Ensemble den Meinungsfetischismus in einer „Gameshow für Österreich“ verbraten. Samt computeranimiertem Friedrich Schiller, wiedergeborenem Karl Marx, Showact mit Sisi & Franzl, Peking Oper und Kamerakind Schorsch, das die Infights der Kandidaten in den Werbepausen beinhart mitfilmt. Das ist nett schräg, amüsant, manchmal sogar geistreich, kulminiert in der „Außenwette“, gerät doch etwas zu lang, bleibt schließlich ein Ende und auch den 2 Millionengewinn schuldig.
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