Über die moralische Verpflichtung und den Umgang mit dem Millionen-Erbe des Briefträgers Nikolaus Neuhauser wird in Grünbach seit einem Jahr diskutiert. Er hinterließ der Gemeinde Grundstücke, ein Sparbuch und einen Hof mit dem ausdrücklichen Hinweis, diesen zu erhalten. Nun startete der Abriss.
Die Tage des 324 Jahre alten Erbhofs in Grünbach sind gezählt. Gestern, Dienstag, legten Bauarbeiter mit den heftig umstrittenen Abrissarbeiten los. Wäre es nach dem letzten Willen des ehemaligen Hofbesitzers gegangen, hätte der Hof saniert werden müssen.
Wie berichtet, hat der ehemalige Briefträger Nikolaus Neuhauser das Gebäude, rund 7000 Grund im Ortszentrum, 2,6 Hektar Wiese, sieben Hektar Wald und ein Sparbuch mit 193.000 Euro der Gemeinde hinterlassen. Im Testament hielt er ausdrücklich fest, dass der Hof erhalten bleiben und erneuert werden muss.
„Die 300 Euro für den Notar des Testaments hätte er sich sparen können“, war beim Lokalaugenschein der „Krone“ ein Grünbacher von den Gemeindepolitikern bitter enttäuscht. Bereits vor mehr als einem Jahr besiegelte der Gemeinderat den Abriss. Neue Wohnungen sollen errichtet werden. Das Geld vom Sparbuch dürfte auch schon längst anderwertig verwendet worden sein. In der kürzlich stattgefundenen Sitzung des Ortsparlaments stand schon die Veräußerung der Neuhauser-Gründe auf der Tagesordnung. Der Punkt wurde dann wieder gestrichen.
Politiker schweigen
„Kein Kommentar“, heißt es dazu von ÖVP-Bürgermeister Stefan Weißenböck. „Ich sage nichts“, blieb auch Stefan Klambauer von der SPÖ wortkarg. Im Gemeinderat sprach er im April noch die moralische Verpflichtung an. Er meinte, dass die Gemeinde zumindest ein Andenken an die Erbschaft im Wert von mindestens einer Million € errichten sollte.
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