BMW baut in seinem weltweit größten Motorenwerk in Steyr derzeit die Flächen für die Produktion von E-Antriebsmaschinen aus - aber nicht nur das: Künftig werden hier auch fette V8-Benzinmotoren hergestellt - großteils in Handarbeit.
Die Münchner ziehen die Produktion der Achtzylinder aus der Heimat ab, teils nach Hams Hall in Großbritannien, teils nach Oberösterreich, wo sie auf 2250 Quadratmetern in der bestehenden Montagehalle im BMW Group Werk Steyr zusammengebaut werden. Es sind die stärksten Motoren, die je dort produziert wurden: Die bis zu 625 PS starken Achtzylinder-Triebwerke treiben die M-Modelle der 8er-Serie an, die damit in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.
Acht Stunden dauert es, bis ein Motor fertig ist: „Wir montieren die über 500 Einzelteile des hochkomplexen Antriebs im Stil einer Manufaktur. Das bedeutet, dass die Produktion aus viel Handarbeit unserer erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besteht. Das Knowhow unseres Standortes ermöglicht es, dass diese Prozesse wie in einem Uhrwerk ineinander greifen“, erläutert Niklas Berberich, Baureihenleiter für die V8-Montage.
Bis Jahresende 2023 sollen rund 700 V8-Motoren im BMW Group Werk Steyr produziert werden. Die Kapazität wird bis zum Frühjahr 2024 schrittweise erhöht, bis in der finalen Ausbaustufe bis zu 100 Beschäftigte über 30 Achtylinder-Motoren täglich herstellen.
Dafür investiert das Unternehmen rund 21 Millionen Euro - und unterstreicht seine Technologieoffenheit: „Wir werden noch viele Jahre ein Nebeneinander unterschiedlicher Antriebsarten auf den Straßen sehen: von E-Mobilität über effiziente Diesel-, Benzin- und Hybrid-Antriebe bis hin zu Wasserstoff. Das ist wichtig, damit wir Kundenwünsche weltweit bedienen können. Vor allem aber ist das notwendig, um global wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärt Werks-Chef Klaus von Moltke.
Feierliche Eröffnung der Motoren-Manufaktur
Am Mittwoch wurde das Montage-Band für die V8-Motoren feierlich eröffnet. Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner betonte dabei die wirtschaftliche Bedeutung der Automobilindustrie für den Standort Oberösterreich: „Die oberösterreichische Automobil-Branche mit rund 280 Unternehmen steht direkt und indirekt für 19,8 Milliarden Euro Umsatz und 87.000 Arbeitsplätze. Dass die Region Steyr längst zu einem Zentrum für die Mobilität der Zukunft geworden ist, daran hat das Motorenwerk Steyr der BMW Group einen zentralen Anteil.“
Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.