Feurige Rede vor UNO
Meloni fordert „globalen Krieg“ gegen Schlepper
Vor der UNO-Generalversammlung in New York hat die italienische Premierministerin Giorgia Meloni in der Nacht auf Donnerstag alle Länder zu einem „globalen Krieg“ gegen Menschenhandel aufgerufen. Seit Anfang des Jahres kamen 130.000 Menschen über den Seeweg nach Italien.
„Es ist eine Pflicht dieser Organisation, den Menschenhändlern einen globalen Krieg zu erklären. Um dies zu erreichen, müssen wir auf allen Ebenen zusammenarbeiten, und Italien beabsichtigt, an vorderster Front zu stehen“, erklärte die Premierministerin, die in ihrer Heimat immer stärker unter Druck gerät.
„Die Menschenhändler, die die massenhafte illegale Einwanderung organisieren, verkaufen die Illusion, dass die Migrationswilligen ein besseres Leben finden, wenn sie sich ihnen anvertrauen. Sie verlangen Tausende von Dollar für Reisen nach Europa, die sie mit Prospekten verkaufen, als wären sie normale Reisebüros, aber auf den Prospekten schreiben sie nicht, dass diese Reisen nur allzu oft in den Tod führen, in ein Grab auf dem Grund des Mittelmeers“, erklärte die seit Oktober amtierende Premierministerin.
Meloni prangert Ausbeutung Afrikas an
„Für die Menschenhändler ist es egal, ob das Boot für diese Reise geeignet ist oder nicht, für sie zählt nur die Gewinnspanne“, erklärte Meloni. Afrika sei kein armer Kontinent, sondern „war und ist ein ausgebeuteter Kontinent“. Der Kurs müsse nun geändert werden.
Italien wolle ein Kooperationsmodell schaffen, um mit den afrikanischen Nationen zusammenzuarbeiten, damit sie dank der Ressourcen, die sie besitzen, wachsen und gedeihen können. „Dies soll eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sein, denn Afrika braucht keine Almosen, sondern muss in die Lage versetzt werden, unter gleichen Bedingungen zu konkurrieren, strategische Investitionen zu tätigen, die das Schicksal der Nationen mit Projekten zum gegenseitigen Nutzen verbinden“, erklärte Meloni.
130.000 Menschen kamen über Seeweg
Seit Anfang des Jahres trafen fast 130.000 Menschen über den Seeweg in Italien ein, das sind doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum 2022. Die meisten Migranten stammen aus Guinea, Cote d‘Ivoire (Elfenbeinküste) und Tunesien. Allein in der vergangenen Woche erreichten circa 10.000 Menschen die Insel Lampedusa zwischen Sizilien und Tunesien.
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