Auf Österreichs Straßen wurden im Berichtsjahr 2021/22 exakt 72.342 Wildtiere getötet. Hinzu kommen Hunde, Katzen und weitere andere Arten. Fast 500 Personen wurden bei Unfällen mit Tieren verletzt, 96 davon schwer und ein Mensch dabei getötet. Die Statistiken und was Sie zur Prävention - und bei Unfällen - tun können.
Im Herbst geht für Österreichs Jägerschaft die Schonzeit für Hasen und einige andere Wildtiere zu Ende. Viele Jungtiere werden wie im vergangenen Jahr auch heuer auf der Fahrbahn als „road kill“ ihren Tod finden.
„Wildtier alle sieben Minuten getötet“
Nach Kollisionen mit Fahrzeugen sind im Berichtsjahr 2021/22 laut offiziellen Daten 72.342 Wildtiere auf den Straßen getötet worden - darunter auch sehr viele Jungtiere. „Alle sieben Minuten wird auf unseren Straßen ein Wildtier getötet. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer, weil viele Fälle gar nicht gemeldet werden“, betont Christian Eltner, Generalsekretär des österreichischen Versicherungsverbandes.
Häufigste Unfallursachen bei Wildunfällen:Unachtsamkeit
Mit einem Anteil von 53 Prozent ist „Unachtsamkeit und Ablenkung“ die häufigste Unfallursache bei Wildunfällen mit Personenschäden, gefolgt von „nichtangepasste Geschwindigkeit“ mit 38 Prozent.
Verhalten bei Wildunfälle
Die 2022 am häufigsten getöteten Wildtiere auf Österreichs Straßen
Künstliche Intelligenz (KI) soll Wildunfälle eindämmen
Nun wird getestet, inwieweit der Einsatz von Drohnen, Wärmebildsensoren und Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Vermeidung von Wildunfällen unterstützen kann. Um die Position von Wildtieren und ihre Nähe zu Straßen zu analysieren, wurden vom Campus Hagenberg der Fachhochschule Oberösterreich Flugdrohnen mit Kameras und Wärmebildsensoren ausgestattet und die Videoaufnahmen mittels Künstlicher Intelligenz (Machine Learning) ausgewertet.
Drohnen erfassen Bewegungsmuster
In den Modellgemeinden Gänserndorf (NÖ) und Hagenberg (OÖ) wurden morgens, mittags, nachmittags und abends umfangreiche Drohnenflüge durchgeführt, um die Anzahl der Wildtiere und ihre Annäherung zur Straße zu erfassen. Durch den Einsatz von Wärmebildtechnologie und Airborne Light Field Sampling konnten die Tiere selbst dann identifiziert werden, wenn es bereits dunkel war oder die Sicht von Bäumen und Sträuchern verdeckt wurde.
Nachtsicht-Assistenzsysteme haben viel Potenzial
Als vielversprechend gelten auch Nachtsicht-Assistenzsysteme, die zur Verhinderung von Wildunfällen bereits jetzt in einigen Oberklasse-Fahrzeugen eingebaut sind. Diese Geräte erfassen mittels Infrarotsensoren die Wärmestrahlung von Wildtieren oder auch von Fußgängern, die zum Beispiel auf Freilandstraßen unterwegs sind und können die Kfz-Lenkenden dadurch frühzeitig vor Gefahrensituationen warnen.
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