Lebensgefährte von Welserin (37) ist empört über Abweisung in bedrohlichem Zustand. Die unter massiver Alkoholbeeinträchtigung stehende Frau musste von Linz nach Wels überstellt werden.
Seit zehn Jahren wird Sieglinde S. (37) phasenweise von psychischen Problemen heimgesucht. Die Welserin greift dann zur Flasche und versucht, sich mit Alkohol zu betäuben. „Es ist zwanghaft, sie schüttet in dem Zustand alles in sich hinein, was sie zu fassen kriegt“, schildert Lebensgefährte Alexander K.
Telefonisch Termin vereinbart
Ende August war das leider wieder der Fall. Die mental gepeinigte Frau bat zwischendurch aber telefonisch im Neuromed Campus des Kepler Uniklinikums (KUK) in Linz um Hilfe. „Man hat mir einen Termin drei Tage später angeboten. Aber auch gesagt, dass ich in die Ambulanz kommen soll, falls es mir noch schlechter geht“, sagt S.
Das war dann tatsächlich der Fall. Ihr Lebensgefährte, der in Ansfelden arbeitet, holte sie in Wels ab und brachte sie im Auto nach Linz.
Keine Infusionen
„Dort hab’ ich mit ihr zwei Stunden gewartet, in denen sie keine Infusionen oder sonstige Behandlung erhielt, nur einen Alkotest, der 4,06 Promille ergab. Ich musste dann wieder zurück zur Arbeit - man nahm sie aber nicht auf, weil aufgrund ihres Wohnsitzes das Klinikum Wels zuständig sei“, erklärt K.
Aus Krankenhaus getorkelt
Seine Freundin soll noch etwa 1,5 Stunden am Gang gewartet, dann in ihrem schwer beeinträchtigten Zustand offenbar allein das Spital verlassen haben. „Eine Pflegerin und zwei Rettungsleute haben mich am Parkplatz aufgelesen“, so S.
Ärztekollegen verwundert
Die 37-Jährige wurde ins Klinikum Wels überstellt, dort stationär aufgenommen. K.: „Die Welser Ärzte waren über die Vorgangsweise der Linzer Kollegen sehr verwundert - meine Freundin hätte ja auch einen epileptischen Anfall erleiden können.“
Wir möchten festhalten, dass keine unterlassene Hilfeleistung bzw. Gesundheitsgefährdung vorgelegen hatte.
Astrid Petritz, Sprecherin des Kepler Uniklinikums (KUK) Linz
„Die Patientin wurde nie allein gelassen, war ständig in Sichtweite einer Pflegeperson. Sie wurde fachärztlich begutachtet und befragt – und ihre weitere Versorgung in Wels in die Wege geleitet“, heißt es dazu aus dem KUK.
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