Nach vielen schlechten Ernteerträgen wie bei den Wachauer Marillen und anderen Spezialitäten aus Niederösterreich geht es auch der Waldviertler Wildobstsorte nicht besser. Was man dort in der Region tat, um die seltene Frucht wiederzubeleben und warum die geringe Ernte nicht so schwer ins Gewicht fällt.
Schwer vom Aussterben bedroht war die grüngelbe Kriecherlfrucht, von der es nennenswerte Vorkommen wieder im Waldviertel gibt. 2010 gründete sich dort ein Verein rund um die seltene Fruchtart, die vor allem besonders gern als Destillat, Nektar, Sirup, Limo oder Marmelade zu sich genommen wird. „Tatsächlich gibt es größere Vorkommen der grüngelben Kriecherl weltweit sonst nirgends, nur bei uns“, erzählt Obmann Christian Bisich aus Rappottenstein im Bezirk Zwettl von wissenschaftlichen Arbeiten, die man zur seltenen Frucht anleierte.
Nicht einmal Schreibweise war geregelt
Bis die regionale Initiative aktiv wurde, gab es weder Literatur noch eine offiziell geregelte Schreibweise des Kriecherls. Die blaue Frucht wäre zwar in ganz Europa verbreitet, aber die grüngelbe Frucht gäbe es in großen Mengen nur im Waldviertel, konkretisiert Kriecherl-Fan Bisich. Dabei gehörte das spezielle Wildobst im Waldviertel immer schon dazu. Das Besondere am Kriecherl: Wegen der Fruchtsäure schmeckt es frisch und nicht zu süß.
2000 Bäume zur Rettung des speziellen Wildobsts
2016 entwickelte der Verein ein Obstbausystem und pflanzte 2000 Bäume auf sieben Flächen an. 2022 konnte man die erste gemeinsame Ernte einfahren. Aufgrund der Witterung verlief diese heuer schlecht, absolute Zahlen hat man seit wenigen Tagen: Der Ertrag macht nur ein Zehntel von 2022 aus! Man hat aber noch genügend Reserven aus dem Vorjahr. So kann man auch am Sonntag, 8. Oktober, von 10 bis 18 Uhr bei etwa zehn Brennern, Gasthäusern und Heurigen der Region „Alles Kriecherl“ feiern, wo man den Produzenten auch live über die Schultern blicken kann.
Mehr Infos unter www.kriecherl.at
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