Hiobsbotschaft für 53 Mitarbeiter des Voestalpine-Drahtwerks im oststeirischen Fürstenfeld: Mit Jahresende wird ein Teil der Produktion stillgelegt, der andere nach Bruck an der Mur verlagert. Ein Grund ist die starke Konkurrenz aus China.
Mitte September feierte die Voestalpine den Spatenstich für die „grüne Stahlproduktion“ in Leoben-Donawitz, Mitte Oktober geht das neue Edelstahlwerk in Kapfenberg offiziell in Betrieb. Dazwischen gibt es aber auch schlechte wirtschaftliche Nachrichten für die steirischen Standorte des von Linz aus agierenden Konzerns.
Wie am Freitag mitgeteilt wurde, wird die Produktion der Tochterfirma Wire Rod Austria in Fürstenfeld eingestellt. Seit 2012 werden in der früheren Bezirkshauptstadt Sägedrähte für die Photovoltaik-Industrie und andere Spezial-Drahtprodukte hergestellt. Es war keine durchschlagende Erfolgsgeschichte, der Standort hing bereits in der Vergangenheit an einem seidenen Faden. 2018 wurden etwa 30 Mitarbeiter gekündigt.
Nicht mehr konkurrenzfähig
Nun kommt das Aus: „Die Abwanderung der europäischen Photovoltaik-Industrie nach China sowie zuletzt die infolge des Russland-Ukraine-Kriegs massiv gestiegenen Energiepreise in Österreich - der Strompreis hat sich verdreifacht - haben zu übermäßigen Kostensteigerungen und negativen wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Standort Fürstenfeld geführt“, heißt es vom Unternehmen. Die Fertigung von Sägedrähten für die Sonnenstrom-Industrie sei „international nicht mehr konkurrenzfähig“ und wird mit Jahresende eingestellt.
Die Produktion der Spezial-Drahtprodukte wandert bis März 2024 in das Werk in Bruck. Insgesamt sind 53 Mitarbeiter betroffen. Ihnen werden Ersatzarbeitsplätze in Bruck, Kapfenberg, Leoben und Kindberg angeboten - alle in der Obersteiermark und somit weit entfernt von Fürstenfeld. Alternativ können die Mitarbeiter in die Stahlstiftung der Voestalpine eintreten und sich dort weiterbilden.
Erste Kündigungen frühestens Ende Oktober
Mit der Belegschaftsvertretung soll zudem ein Sozialplan erarbeitet werden: „Wir gehen davon aus, dass die Verhandlungen für den Sozialplan rasch abgeschlossen werden können und somit bereits Mitte/Ende nächster Woche die Einzelgespräche mit den Mitarbeitern aufgenommen werden können“, heißt es vom Unternehmen. Die ersten Kündigungen soll es frühestens Ende Oktober geben.
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