Die Zahl Arbeit suchender Menschen ist auch im September weiter angestiegen. Laut Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) befanden sich 320.760 Personen ohne Job oder in einer Schulung des AMS. Das sind 14.601 Personen oder 4,8 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.
Damit setzte sich der seit April laufende Negativtrend am heimischen Arbeitsmarkt weiter fort. Im August 2023 war die Zahl der Arbeitslosen oder in Schulung gemeldeten Personen bei 320.759 gelegen, ein Plus von 11.328 Personen zum Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenquote stieg per Ende September auf 5,9 Prozent, das waren 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zum Vormonat August stieg die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer im September aber nur um eine Person. „Diese Entwicklung zeugt einmal mehr davon, dass der österreichische Arbeitsmarkt weiterhin resilient ist und den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen trotzt“, sagte Kocher am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien.
Parallel dazu klagen diverse Branchen über den anhaltenden Arbeits- und Fachkräftemangel. „Wenn wir auf das letzte Jahr zurückblicken, sehen wir, dass es dann doch nicht so schlimm gekommen ist“, zeigte sich der Minister zuversichtlich, dass sich die negativen Prognosen dann doch nicht so bewahrheiten werden. Unternehmen würden offenbar nur „sehr zögerlich“ Stellen abbauen, damit sie im nächsten Aufschwung genug Arbeitskräfte haben, so Arbeitsminister Kocher. Ziel von vielen Unternehmen sei es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst „lange im Betrieb zu halten“, weil es aufgrund der demografischen Entwicklung „mehr Knappheit“ gebe.
AMS-Chef spricht vom „höchsten Anstieg heuer“
Das Arbeitslosen-Plus im September sei der „höchste Anstieg heuer“, so AMS-Vorstand Johannes Kopf in einer Stellungnahme. Durch den starken Anstieg der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmer im Vergleich zum Vorjahresmonat am Bau (+8,6 Prozent) und in der Warenherstellung (+6,6 Prozent) treffe das Plus nicht nur Männer (+6,4 Prozent) stärker als Frauen (+3 Prozent), sondern auch die Industrieländer Oberösterreich (+7,5 Prozent) und Steiermark (+6,2 Prozent) besonders, erklärte der AMS-Chef. Die Zahl der Beschäftigten lag im September mit 3.996.000 Personen um 35.000 über dem Vorjahreszeitraum.
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