


20 Jahre Immaterielles Kulturerbe: Bisher zwölf über Jahrhunderte überlieferte Besonderheiten in Kärnten tragen das Prädikat Immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Eine Tagung, organisiert vom Volkskundeinstitut Urban Jarnik, beleuchtet am 13. Oktober in Klagenfurt Chancen und Herausforderungen.
Was haben die Ferlacher Büchsenmacher, die Heiligenbluter Sternsinger, die Metnitzer Kinisinger, die Laßnitzer Volksschauspiele, das Weitensfelder Kranzelreiten, die slowenischen Flur- und Hofnamen in Kärnten, die Bleiberger Knappenkultur, die Untergailtaler Kirchtagsbräuche und die Gailtaler Tracht, das Wissen um die Flößerei auf der Oberen Drau, die Lärchenharz-Gewinnung, die Lesachtaler Brotherstellung und die Handwerksmühlen gemeinsam? Sie alle tragen das Prädikat immaterielles Kulturerbe der UNESCO!
Seit 20 Jahren werden dadurch über Generationen weitergegebene Bräuche beschrieben und regionale Besonderheiten sichtbar gemacht, was ihnen auch ein langes Weiterleben garantieren soll.
13. Oktober
Welche Chancen und Herausforderungen das immaterielle Kulturerbe mit sich bringt, wird am 13. Oktober in einer Tagung bei Hermagoras / Mohorjeva in Klagenfurt thematisiert (10 bis 18 Uhr). Nach Impulsvorträgen von Katharina Spanlang von der österreichischen UNESCO-Kommission über die Entwicklung des Verzeichnisses und Historiker Peter Wiesflecker über die Quellen zum Kulturerbe sowie Martina Piko-Rustia vom slowenischen Volkskundeinstitut Urban Jarnik über die Wertschätzung lebendiger Praktiken durch die Aufnahme in die Liste folgt der Austausch der Teilnehmer. Zur Podiumsdiskussion kommen noch Kulturabteilungsleiterin Brigitte Winkler-Komar, Hanna Wedenig von der Arge Volkstanz und vom Kulturgremium sowie Peter Fercher vom Kärntner Bildungswerk dazu.
Die Tagung will zudem potenziellen Antragstellern für die Aufnahme ins Verzeichnis Informationen zum Bewerbungsprozess geben.
Der Kulturverein Stein im Jauntal hat, wie berichtet, bereits darum angesucht, das Striezelwerfen in die Liste der immateriellen Kulturerbe aufzunehmen.
Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten: mailto:bauer@unesco.at
Um die Vielfalt lebendigen Erbes sowie dessen Erhaltungsmaßnahmen hervorzuheben hat sich Österreich mit der Unterzeichnung der Konvention 2009 zur Führung eines nationalen Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes verpflichtet. In diesem befinden sich derzeit 157 Elemente, die das gesamte Bundesgebiet umfassen. Mit der Sichtbarmachung von bislang oft im Verborgenen existierenden Bräuchen und Praktiken entsteht ein neues Verständnis für regionale Besonderheiten, funktionierende Gemeinschaften sowie einen nachhaltigen Umgang mit lokalen Ressourcen.
Zwölf der in das Verzeichnis aufgenommenen Elemente wurden für das Bundesland Kärnten eingetragen:
1. Slowenische Flur- und Hofnamen in Kärnten (K)
2. Heiligenbluter Sternsinger (K)
3. Laßnitzer Volksschauspiele (ST, K)
4. Metnitzer Kinisingen (K)
5. Bleiberger Knappenkultur (K)
6. Kranzelreiten zu Weitensfeld (K)
7. Untergailtaler Kirchtagsbräuche/Ziljski žegen - Gailtaler Tracht/Ziljska noša (K)
8. Wissen um die Flößerei auf der Obern Drau (K)
9. Ferlacher Büchsenmacher (K)
10. Lärchenharz-Gewinnung (K)
11. Lesachtaler Brotherstellung (K)
12. Das Wissen der Handwerksmüller*innen (B, K, NÖ, OÖ, S, ST, T, V)
Im November wird in Vorarlberg über den Tourismusfaktor diskutiert, im Burgenland geht es um Erfahrungen und Perspektiven.
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