Aktuelle Pläne der EU im Bereich der „Neuen Gentechnik“ (NGT) lassen bei Konsumentenschützern alle Alarmglocken schrillen: Geht es nach der EU-Komission, sollen die bisher strengen Regeln aufgeweicht werden.
Künftig soll es keine Zulassungs- und Kennzeichnungspflicht für eine große Menge an Produkten, Saatgut und Pflanzen gibt, die mit neuen Gentechnikmethoden gezüchtet wurden. Konsumenten hätten dann keine Möglichkeit mehr, zu erkennen, ob die Produkte, die sie im Supermarkt kaufen, frei von Gentechnik sind.
Gentechnik auch im Bio-Essen
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der zuständigen Berichterstatterin des EU-Parlamentes geht noch einen Schritt weiter und fordert sogar die Zulassung Neuer Gentechnik in der biologischen Landwirtschaft. „Das ist ein harter Schlag gegen die Gentechnikfreiheit in der biologischen Landwirtschaft, die sowohl für das Land Burgenland und seine Bio-Landwirte, als auch für die Konsumenten einen besonders hohen Stellenwert hat. Wir lehnen diesen Vorschlag daher strikt ab“, sagt die zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf.
Erst kürzlich wurde das Burgenland im Rahmen des der EU-Organic-Awards als beste Bio-Region ausgezeichnet.
Kennzeichnungspflicht soll ausgehöhlt werden
Auch Ernst Trettler, Geschäftsführer von Bio Austria Burgenland, ist entsetzt über die Pläne der EU: „Wir werten diesen Vorstoß als Angriff auf die Bio-Landwirtschaft und als plumpen Versuch der Agrar-Gentechniklobby, die generelle NGT-Kennzeichnungspflicht auszuhöhlen. Für derartige Verfahren und damit erzeugte Produkte muss eine verpflichtende Risikoprüfung, Rückverfolgbarkeit sowie Kennzeichnung weiterhin gesetzlich geregelt bleiben.“ Bio müsse strikt gentechnikfrei bleiben. „Denn neu an der Neuen Gentechnik ist nur das Wort Neu“, so Trettler.
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