2,2 Promille intus

Haft für Alko-Lenker nach tödlichem Verkehrsunfall

Österreich
24.07.2012 14:55
Zu 15 Monaten Haft wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen ist ein 33-jähriger Tiroler am Dienstag am Landesgericht Innsbruck nach einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss verurteilt worden. Fünf Monate muss der Angeklagte unbedingt hinter Gitter. Der Mann hatte Mitte April mit seinem Pkw mit 2,2 Promille einen 15-jährigen Mopedlenker niedergefahren. Das Urteil ist rechtskräftig.

"Es ist meine Schuld, dass es ein Menschenleben weniger gibt. Man kann ein Leben durch nichts ersetzen", sagte der 33-Jährige vor Richter Norbert Hofer. Er habe über den ganzen Tag verteilt Bier getrunken, schilderte der Mann, der aus demselben Ort wie das Opfer stammt. Zwischendurch sei er aber auch einmal nach Hause gefahren. An den Unfallhergang in Thiersee (Bezirk Kufstein) könne er sich nicht mehr erinnern.

In seinem Schlussplädoyer hatte der Staatsanwalt aus "generalpräventiven Überlegungen" noch eine zur Gänze unbedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe verlangt. Der Angeklagte habe den 15-Jährigen "frontal abgeschossen". Kuznik verwies zudem darauf, dass der Beschuldigte im Jahr 2004 bereits einmal alkoholisiert einen Auffahrunfall mit seinem Motorrad verursacht hatte. Die Verteidigung des Alko-Lenkers argumentierte, dass "das Umgehen" des Angeklagten mit seiner Tat als mildernd einzustufen wäre. Er sei in ständigem Kontakt mit der Familie des Opfers, habe bereits Schadenswiedergutmachung geleistet und sei auch zur Beerdigung des 15-Jährigen gegangen.

"Es gibt in einem solchen Fall keine gerechte Strafe"
In der Urteilsbegründung erklärte Hofer, dass eine teilbedingte Strafe ausreiche. "Es gibt in einem solchen Fall keine angemessene, keine gerechte Strafe", sagte der Richter. An eine generalpräventive Wirkung des Urteiles glaubt er nicht: "Da mache ich mir keine Hoffnung." Der Angeklagte nahm das Urteil an, Staatsanwalt Boris Kuznik verzichtete auf ein Rechtsmittel.

Der tödliche Unfall hatte sich am Abend des 14. April 2012 zugetragen. Das Moped wurde vom Auto an der Leitschiene eingeklemmt, der 33-Jährige flüchtete. Ein Anrainer leistete Erste Hilfe und verständigte die Rettungskräfte. Auch die Besatzung eines Notarzthubschraubers konnte dem Burschen nicht mehr helfen. Der Pkw-Lenker wurde von Polizisten schließlich in der Nähe des Unfallortes an einer Bushaltestelle gefunden.

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