Um die Umwidmung eines vor drei Jahren erworbenen Grundstücks voranzutreiben, unterbreitete ein Halleiner Makler der Gemeinde Ostermiething ein Einheimischen-Modell. Gemeindebürger bot er Bauparzellen zu einem Spezialpreis an. Die Entscheidung im Gemeinderat wurde nun aber auf den Herbst vertagt.
Beim Umwidmungstheater in Ostermiething scheint kein Ende in Sicht. Wie berichtet, versucht ein Immo-Makler aus Hallein seit über drei Jahren, grünes Licht für die Bebauung von rund 9000 Quadratmetern Grünland zu erhalten. Die dafür notwendige Umwidmung soll ihm ÖVP-Langzeitbürgermeister Gerhard Holzner vor dem Kauf des Areals in Aussicht gestellt haben. Der Ortschef streitet das aber ab.
Der Gemeinderatsbeschluss für eine Einleitung des Umwidmungsverfahrens kam jedenfalls noch nicht zustande. Gleichzeitig sollen laut dem Makler Personen aus dem Familienumfeld des Ortschefs bei Immobiliengeschäften bevorzugt worden sein. Holzner dementiert. Schwarz auf weiß liegt aber ein ungewöhnliches Einheimischen-Modell des Bürgermeisters vor. Er stellt dem Makler eine Umwidmung in Aussicht, wenn er der Gemeinde die Hälfte des Grunds kostenlos zur Verfügung stellt.
Entscheidung erst im Herbst
Das lehnte der Makler ab, bot stattdessen der Ostermiethinger Bevölkerung den Quadratmeter um 150 Euro an. „Marktüblich sind rund 300 Euro“, so der Halleiner. Eine weitere – ebenfalls seit längerer Zeit auf eine Umwidmung wartende – Firma folgte dem Angebot. Vor der Sommerpause hätte der Gemeinderat über die Vorschläge diskutieren sollen.
Widmungsstopp im Gespräch
Kolportiert wurde, dass Holzner im Zuge der Debatte einen generellen Widmungsstopp in die Wege leiten wollte. Dazu kam es aber nicht. Die Entscheidung wurde vertagt. Laut dem Ortschef traf das Schreiben des Maklers ein, als die Tagesordnung schon feststand. „Wir werden im Herbst darüber beraten. Wir brauchen eine Lösung. Die Immobilienspekulanten werden nicht weniger, wir haben aber einen Bauland-Überhang für die nächsten 30 bis 40 Jahre“, so Holzner.
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