Sieben Monate Haft

Linzer raste auf Polizisten zu und verletzte ihn

Oberösterreich
16.07.2024 13:59

Weil er seinen Schein nicht erneut verlieren wollte, lieferte sich ein 36-jähriger Linzer eine wilde Verfolgungsjagd. Dabei musste ein Polizist zur Seite springen, und verletzte sich an der Halswirbelsäule. Am Landesgericht Steyr wurde der 36-Jährige am Dienstag zur Rechenschaft gezogen.

Alkohol senkt die Hemmschwelle und sorgt mitunter für gesteigerte Aggression und Selbstüberschätzung. All das ließ einen 36-Jährigen am Abend des 8. Februar unbeeindruckt, er setzte sich dennoch betrunken hinter das Steuer seines Autos und fuhr durch Steyr (OÖ). Dabei wurde er bei einer Kontrolle mit 84 km/h in einer 50er-Zone geblitzt, woraufhin die Polizisten die Verfolgung aufnahmen.

Raste auf Polizisten zu
Als diese ihn stoppen wollten, sah der 36-Jährige offenbar rot: „Ich hatte einfach solche Angst, dass ich meinen Schein wieder verliere. Da hat es einfach einen Schalter umgelegt, und ich bin aufs Gas gestiegen, und wollte davon fahren“, so der Linzer. Warum er den Schein damals verloren habe, wollte die Richterin wissen. „Wegen einer ähnlichen Geschichte, auch zu schnell fahren und davonfahren!“, so der Angeklagte ungeniert. Rechtlich war er aber unbescholten.

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Sie sind doch nicht so berauscht gewesen. Haben Sie wirklich geglaubt, das ist es wert, so eine lange und wilde Verfolgungsjagd durch die ganze Stadt zu machen?

Richterin

Nicht stark betrunken
Die Richterin hielt ihm noch einmal vor, er habe doch „nur“ 0,68 Promille im Blut gehabt. „Sie sind doch nicht so berauscht gewesen, haben Sie wirklich geglaubt, das ist es wert, so eine lange und wilde Verfolgungsjagd durch die ganze Stadt zu machen?“, was der Angeklagte verneint. 

„Wilde Amokfahrt durch Steyr“
Zuerst hatte er einen Streifenwagen gerammt, der dadurch Schäden im Wert von über 5000 Euro davontrug. Dabei wurde einer der Polizisten an der Hand verletzt. Immer wieder hängte er die Beamten ab, raste aber weiter durchs Stadtgebiet, mit teils bis zu 140 km/h auch durch 30er-Zonen.

Zu guter Letzt lenkte er, um eine Straßensperre zu umgehen, gegen eine Leitplanke – hinter dieser befand sich ein Polizist, der sich mit einem Hechtsprung in Sicherheit bringen musste. Dabei erlitt er aber ein Schleudertrauma und Verletzungen an der Halswirbelsäule, weshalb er bis Ende Mai im Krankenstand und bis dato im Innendienst war. 

Viele Vorwürfe
Daher musste er sich heute, am Dienstag, 16. Juli am Landesgericht Steyr wegen schwerer Körperverletzung, grob fahrlässiger Gefährdung der körperlichen Sicherheit, schwerer Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt verantworten. Der Linzer, der sich vor Gericht selbst verteidigte, war umfassend geständig. Mehrmals drückte er seine Reue aus, und entschuldigte sich auch bei allen anwesenden Polizeibeamten. „Klar bin ich geständig, was soll ich denn sagen, ich bin das Auto gefahren“, so seine Rechtfertigung. „Ich könnte mir heute noch eine Watschn geben, das war so eine blöde Aktion!“

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Ich könnte mir heute noch eine Watschn geben, das war so eine blöde Aktion.

Der Angeklagte vor Gericht

Urteil 
Doch es war mehr als eine „blöde Aktion“, was auch das Urteil widerspiegelte: eine bedingte Haftstrafe von sieben Monaten, sowie 180 Tagessätze zu je 38 Euro, also 6840 Euro insgesamt. Dazu wurden allen Schmerzensgelder von insgesamt rund 5500 Euro zugesprochen. „Ich hoffe, dass Sie heute etwas gelernt haben, und nicht bald wieder wegen so einer Fahrt vor einem Richter sitzen!“, gab die Richterin dem Raser abschließend mit.

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