Das Jahr 2023 war für die Vorarlberger Exportwirtschaft überaus herausfordernd. Zwar ging das Ausfuhrvolumen merklich zurück, am Ende stand aber immer noch das zweitbeste Ergebnis der Geschichte.
Der von der Statistik Austria erhobene Handelsbilanz-Bericht für das Jahr 2023 ist aus Vorarlberger Sicht ein sehr ambivalentes Dokument. Zum einen lässt sich daraus ablesen, dass die wirtschaftliche Entwicklung stark an Dynamik verloren hat. Insgesamt hat die hiesige Exportwirtschaft Waren im Gesamtwert von 13,2 Milliarden Euro ausgeführt – das sind 3,1 Prozent weniger als noch im Rekordjahr 2022. Regelrecht eingebrochen ist das Importvolumen, mit 9,6 Milliarden Euro liegt man satte 10,7 Prozent unter dem Vorjahr. Unterm Strich steht ein Handelsbilanzüberschuss von 3,6 Milliarden Euro.
Rückgang in China, Mexiko im Kommen
Trotz des Rückgangs darf sich die Vorarlberger Exportwirtschaft dennoch über das zweitbeste Ergebnis der Geschichte freuen. Möglich war das nur, weil die Unternehmen den geopolitischen Verwerfungen Rechnung getragen und schnell darauf reagiert haben. So sind etwa die Exporte nach China, das über Jahre der wichtigste Wachstumsmarkt war, regelrecht implodiert: Das Ausfuhrvolumen ging um rund ein Viertel zurück. Dieser Einbruch konnte aber größtenteils kompensiert werden, beispielsweise haben sich Ausfuhren nach Mexiko gegenüber 2022 mehr als verdoppelt.
In dieser Tonart könnte es auch die kommenden Jahre weiter gehen. Die Beziehungen zwischen der EU und China, das sich aktuell sein Wachstum mit staatlichen Subventionen teuer erkauft und den Weltmarkt mit Produkten zu Dumpingpreisen flutet, sind derzeit von einem eisigen Klima geprägt, zudem türmen sich auch angesichts der nahenden US-Wahl dunkle Gewitterwolken auf – eine „America first“-Politik unter einem Präsidenten Donald Trump ist für viele Unternehmen eine Horrorvorstellung. Folglich gilt es, auf jene Märkte auszuweichen, die noch Wachstumspotenzial bieten, allen voran Indien, Südostasien und Lateinamerika. Was ebenfalls gut fürs Geschäft wäre: wenn sich Deutschland, der mit Abstand der wichtigste Handelspartner, wirtschaftlich wieder erholen würde.
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