Im Gegensatz zu geplanten Windparkprojekten kann sie keiner riechen: Wenn bekannt wird, dass eine Biogasanlage gebaut werden soll, gehen oft ganze Orte auf die Barrikaden. Hauptgrund ist der Faktor Geruchsbelästigung – da nützen auch Infoabende über neueste Techniken, strenge Luft-Gutachten oder vergrößere Distanzen kaum.
„Windräder haben wir ja zuhauf, Tendenz steigend. Und jetzt hat auch die Biogas-Branche im Weinviertel die Profit-Lunte gerochen – und zwar nachhaltig“, ärgert sich Erwin Eder. Worauf der Wilfersdorfer anspielt: Nach zwei Anläufen im Bezirk Mistelbach und heftigen Protesten wittert der Projektwerber einer Biogasanlage nun nahe Eders Wohnhaus nach zwei negativen Anläufen einen dritten potenziellen Standort.
Dieser ist diesmal sieben Kilometer von Mistelbach-Stadt entfernt, aber nur ein paar Dutzend Nasenlängen an die Gemeindeaußengrenze zur Kommune Wilfersdorf gerückt. „Daher haben wir aber kein Einspruchsrecht im Verfahren“, bedauert Ortschef Josef Tatzber.
Ehrlich gesagt, haben wir vom Projekt knapp außerhalb unserer Grenze nur durch Zufall gehört. Ich habe sofort den Initiator kontaktiert. Infoabend, Protest- und Unterschriftenaktion folgten.
Josef Tatzber (ÖVP), Bürgermeister der Gemeinde Wilfersdorf
Hitzige Debatten bei allen Info-Abenden
Nachdem auch bei der Projektvorstellung in Wilfersdorf mit 200 Personen die Stimmung kochte, rief der Bürgermeister drei Tage später flugs den Gemeindevorstand zusammen – man beschloss ein Protestschreiben samt Unterschriftenaktion. So mancher Bürger wittert aber fehlendes Engagement hinter der Aktion: „Wir haben nur zufällig im Internet von der Möglichkeit, zu unterschreiben, gelesen“, argumentiert ein Wilfersdorfer und erzählte der „Krone“ am Donnerstag, dass er fünf Tage nach Unterschriftenstart erst Nummer 45 hatte.
Projektwerber: „Jetzt wären wir eh schon neben der Autobahn“
Differenziert sieht die Situation Projektwerber Josef Gabmeier. Denn nachdem Mistelbachs Stadtchef Erich Stubenvoll schon beim ersten Standortversuch Einspruch erhob und das Verwaltungsgericht – nach abermals misslungenem Anlauf Nummer 2 – sogar einen Grundsatzentscheid für eine UVP-Pflicht fällte, der in der ganzen Branche für Aufsehen sorgte, findet Gabmeier direkte Worte: „Die Bürgermeister haben genaue Infos zum Projekt.“
Daher kennen sie unsere strengen Auflagen samt aller Vorteile, die die Anlage bringen würde, so Gabmeier. „Der wahre politische Protesthintergrund ist aber der 26. Jänner – das können Sie ruhig so schreiben“, spielt er im „Krone“-Gespräch auf kommende Gemeinderatswahlen an.
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