Im Juli hatte der Angeklagte eine Tankstelle in Hörbranz überfallen. Nun stand er in Feldkirch vor Gericht.
Als die vorsitzende Richterin des Schöffensenats das Urteil verkündet, bricht der Angeklagte in Tränen aus. Zwei Jahre Haft, davon 16 Monate auf Bewährung, lautet der Richterspruch. Dabei hat der junge Mann noch großes Glück. Denn gemäß Gesetz hätte ihm für das Verbrechen des bewaffneten Raubes eine Haftstrafe von 15 Jahren blühen können. Im Falle des Täters handelt es sich jedoch um einen Ausnahmefall. „Sie waren bislang unbescholten, legten ein umfassendes und reumütiges Geständnis ab, haben teilweise Schadenswiedergutmachung geleistet und waren vermindert zurechnungsfähig“, begründet Richterin Sabrina Tagwercher das Urteil.
Tragische Figur
Dass es sich beim Angeklagten um eine tragische Figur handelt, wird im Prozess deutlich. „Es war eine Kurzschlusshandlung“, sagt der schlacksige junge Mann bei seiner Einvernahme. „Ich habe das gemacht, weil meine Familie in finanzieller Not war und meine Oma nicht wusste, wie sie eine Arztrechnung von 180 Euro bezahlen soll.“ Vermummt mit Kapuzenjacke, Sturmhaube und Handschuhen fährt der Angeklagte am Abend des 10. Juli mit dem E-Scooter seines Vaters zur Tankstelle in Hörbranz.
Im Verkaufsraum bedroht er die beiden Angestellten mit einer Schreckschusspistole und schreit: „Geld her!“ Die Opfer zögern nicht lange und packen die Barschaft in Höhe von rund 2800 Euro in einen Plastiksack, den der Räuber ihnen entgegenstreckt. Der Mann flüchtet. Doch eines der Opfer verfolgt ihn mit dem Auto. Kurz darauf wird der Täter von der Polizei in einem Mehrfamilienhaus verhaftet und die Beute sichergestellt.
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