Um mehr Mediziner in die burgenländischen Gemeinden zu bringen, bietet das Land seit 2018 gezielte Förderungen an. 55 Ordinationen wurden seither unterstützt.
Keine Termine, lange Wartezeiten, lange Anfahrtswege – in ganz Österreich macht sich mittlerweile der Ärztemangel bemerkbar. Besonders ländliche Regionen haben beim „Wettbewerb“ um die Mediziner oft das Nachsehen. Im Burgenland hat man daher bereits vor mehreren Jahren begonnen, dem entgegenzuwirken. Seit 2018 gibt es ein Förderprogramm für Allgemeinmediziner, seit 2019 eines für Fachärzte. Ziel ist es, die Gründung oder Übernahme von Ordinationen finanziell zu unterstützen.
Über 2 Millionen Euro für Gesundheitsversorgung
Eine Bilanz zeigt nun, dass die Initiative wirkt: 55 Ordinationen – davon 48 Praxen von Allgemeinmedizinern – wurden seit dem Start mit rund 2,2 Millionen Euro gefördert. Allein im heurigen Jahr wurden bereits 185.000 Euro für sechs Ordinationen genehmigt, im September soll eine weitere folgen. Kürzlich war die Ansiedelung einer Kinderärztin in Großpetersdorf unterstützt worden. „Im Burgenland sichern wir die Gesundheitsversorgung, mit der Arztpraxenförderung machen wir die Gründung oder Übernahme von Ordinationen in burgenländischen Gemeinden attraktiver“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).
Unterstützung startet bei 20.000 Euro
Bei der Landarztförderung wird ein Basisbetrag von 20.000 Euro gewährt, der Höchstbetrag liegt bei 60.000 Euro. Die Facharztförderung sieht mindestens 20.0000 Euro und maximal 30.000 Euro vor. Die Subventionen sind an die Bedingung geknüpft, dass ein gleich hoher Betrag von der jeweiligen Gemeinde zur Verfügung gestellt wird. Verwendet werden kann das Geld für notwendige Umbauten oder für die Anschaffung von Geräten.
Bund ist ebenfalls gefordert
Abseits davon will das Land dafür sorgen, dass es auch in Zukunft genügend Mediziner gibt. Über das Burgenländische Medizinstipendium soll dem Ärztemangel entgegengewirkt werden. Angehende Ärzte verpflichten sich dabei fünf Jahre lang im Burgenland zu ordinieren. Doskozil sieht aber vor allem den Bund in der Pflicht: „Die Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass österreichweit auf Steuerzahlerkosten ausgebildete Mediziner auch für eine gewisse Zeit dem öffentlichen System zur Verfügung stehen.“
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