Zwei Tierschützerinnen harren derzeit für Verbesserungen in der Schweinehaltung mitten in Innsbruck 24 Stunden auf schmerzvollen Vollspaltenböden aus.
„Es war unmöglich, irgendwie bequem zu liegen und ich habe kaum geschlafen. Bei Bewegungen entstanden durch die Reibung auf den Platten und Spalten Hautabschürfungen. Ich hatte danach Hämatome am Knie und Druckstellen an den Füßen“, erinnert sich David vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) an seine 24 Stunden auf einem Vollspaltenboden für Schweine bei einer Aktion vor einigen Jahren in Wien.
Der Boden war furchtbar unangenehm und bei Bewegungen entstanden durch die Reibung mit den Platten offene Stellen und Abschürfungen.
David vom Verein gegen Tierfabriken
Tierschützer-Protest in drei Landeshauptstädten
Geändert hat sich seitdem wenig: „2022 wurde zwar das Verbot des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung beschlossen, allerdings nicht konkret und mit einer temporären Zwischenlösung samt einer Übergangsfrist von 23 Jahren“, ärgert sich der VGT, „da der Verfassungsgerichtshof Anfang Jänner die Frist als zu lang aufhob, ist im Moment weder klar, wann das Ende des Vollspaltenbodens besiegelt ist, noch, wie die Alternative aussehen soll. Wir stehen quasi wieder am Start.“
Protest in drei Landeshauptstädten
Anlässlich der anstehenden Nationalratswahlen machen die Tierschützer daher erneut auf die Problematik aufmerksam – vor einigen Wochen in Klagenfurt, Mitte September in Linz und seit Dienstag, 11 Uhr auch in Innsbruck. Die beiden Tirolerin Nicole und Sonja machen es ihrem Kollegen David nach und harren einen ganzen Tag lang vor der Annasäule mitten in der Landeshauptstadt auf echten Vollspaltenböden aus – lediglich mit kurzen Toilettenpausen.
Tierleid soll sichtbar werden
„Uns ist es wichtig, den Menschen zu veranschaulichen, wie es den Tieren auf den Spaltenböden wirklich geht. Wir wollen das Tierleid sichtbar machen“, betont Aktivistin Nicole. Laut den Tierschützern kann nur eine Erhöhung des Platzangebotes und eine verpflichtende Stroheinstreu die Qualen der Schweine beenden.
Emily Grüner und Samuel Thurner, Kronenzeitung
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