Drama in Neuseeland

Rettungsversuch vergebens: Hai tötet Filmemacher

Ausland
27.02.2013 12:53
Vor der Westküste Neuseelands ist am Mittwoch der Filmemacher Adam Strange beim Schwimmen von einem Hai getötet worden. Ein dramatischer Rettungseinsatz für den 46-Jährigen – Polizisten gaben von einem Hubschrauber und von Booten aus sogar Schüsse ab – blieb letztlich erfolglos. Rettungskräfte konnten nur noch die Leiche des Mannes aus dem Wasser bergen.

Neuseeländischen Medien zufolge ereignete sich der Vorfall am frühen Nachmittag Ortszeit am beliebten Badestrand Muriwai Beach, rund eine Autostunde westlich von Auckland. Laut Shawn Rutene von der örtlichen Polizei sei Strange alleine mehrere Hundert Meter von der Küste entfernt geschwommen, als der Angriff des Hais passierte. Bei dem vier Meter langen Tier habe es sich nach Aussage von Zeugen um einen großen Weißen gehandelt. Bestätigt ist dies allerdings nicht.

Ein Fischer schilderte laut Stuff.co.nz dramatische Szenen: "Ich habe einen Mann in der Nähe des Felsens, auf dem wir waren, schwimmen gesehen. Plötzlich sahen wir den Hai – und boom – attackierte er ihn. Und überall war Blut im Wasser." Er habe sofort 111 angerufen, während ein Freund gelaufen sei, um Hilfe zu holen. "Der Mann war zuerst noch am Leben", so der Fischer weiter, "er hatte seinen Kopf über Wasser. Ich habe gerufen, er soll zum Felsen schwimmen. Er hat seine Hand in die Höhe gestreckt – und da sah ich die nächste Attacke, und er wurde unter Wasser gezogen." Als der Körper wieder an die Oberfläche gekommen sei, habe der Fischer gesehen, dass der Mann schon tot gewesen sei.

Polizisten schossen auf die Haie
Sofort nach der Alarmierung seien Rettungsschwimmer mit Booten zu Strange aufgebrochen, doch sie hätten nichts mehr für ihn tun können. Zudem habe ein weiterer Hai die Stelle umkreist. Alarmierte Polizisten schossen von einem Hubschrauber und von Booten aus auf die Tiere (siehe Bilder), um sie zu vertreiben. Es habe rund eine halbe Stunde gedauert, bis die Haie davonschwammen und man Stranges Leiche habe bergen können, so Rutene.

Etwa 200 Leute hätten sich zu der Zeit am Strand befunden. Diejenigen, die im Wasser gewesen seien, hätten sich sofort in Sicherheit gebracht, erzählte ein Student. 

Rettungsschwimmer kannten Strange persönlich
Die Familie veröffentlichte nur wenige Stunden nach dem Drama ein Statement, in dem sie ihre Trauer für einen "großartigen Vater, Ehemann und Freund" zum Ausdruck brachten und nach diesem großen Schock darum bitten, dass ihre Privatsphäre respektiert werde, so Stuff.co.nz. Adam Strange drehte nicht nur Filme und gewann laut der deutschen "Welt" mit einem Kurzfilm im Jahr 2009 in der Kategorie "Generation 14plus" den Gläsernen Bären, er war auch als Maler, Fotograf und Grafikdesigner bekannt.

Nicht nur Stranges Familie sei erschüttert über den Tod des 46-Jährigen, auch den Rettungsschwimmern machte ihr Einsatz zu schaffen. Laut Rutene kannten drei der Rettungskräfte Strange persönlich.

Angriffe von Haien vor Neuseeland sehr selten
Hai-Angriffe kommen in Neuseeland sehr selten vor. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1837 seien 14 Hai-Angriffe dokumentiert worden. Normalerweise kämen die Opfer aber mit Fleischwunden davon, so Hai-Experte Clinton Duffy vom Department of Conservation. Der letzte Todesfall passierte 2009, aber selbst da sei unklar, ob der Mann nicht vorher ertrunken sei, bevor ihn der Hai "gefunden" habe. Der davor letzte tödliche Zwischenfall datiert aus dem Jahr 1976.

Die Strände nördlich von Manukai Harbour, dem zweitgrößten Naturhafen Neuseelands, – darunter Piha und Muriwai Beach – sollen die nächsten zwei Tage geschlossen bleiben.

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