
720 Jahre Ursulamarkt – das hohe Alter merkt man ihm nicht an: Er ist der älteste Krämermarkt Kärntens und lockt nach wie vor Alt und Jung.
„Ich bin halt gern unter die Leut’“, erklärt der Klagenfurter Rudi Jörg, warum er seit 20 Jahren Flohmärkte wie jenen auf dem Ursulamarkt organisiert. In der Messehalle 2 liegen auf den Flohmarkt-Tischen Mickey Mouse-Hefte neben Boxerhandschuhen, ein Autogramm von Wolf Albach-Retty neben Rosenthal-Porzellan; alte Postkarten, auch aus kleinen Dörfern, warten alphabetisch geordnet ebenso auf neue Besitzer wie Kristallgläser und Silberschmuck. „Kommt’s alle in die Flohmarkt-Halle“, ruft Jörg bei der Ursulamarkt-Eröffnung sichtlich gerührt, hat er doch die Dank- und Anerkennungsurkunde der Landeshauptstadt verliehen bekommen.
„Zuerst gemma a Runde!“, gibt eine Mutter den Ablauf des besonderen Tages vor. „Schauen, stehen, ratschen – das ist ein schöner Spaziergang“ , freut sich eine Runde älterer Damen auf das Bummeln. „Omi, schau!“, erhofft sich ein Bub ein Geschenk, denn gar so verlockend sind die Kokosbusslern und Schaumtüten.
Auf einem Schlumpf, auf Gina von Pinocchio und auf Popeye sausen Kinder am Karussell im eigens für sie aufgebauten Vergnügungspark durch die Luft.
Für jede Generation hat der größte und älteste Krämermarkt Kärntens etwas zu bieten – gut 100.000 Besucher beweisen, wie beliebt der Ursulamarkt auch nach Jahrhunderten noch ist. Der Markt wird seit 1304 in Klagenfurt abgehalten.
Ursulamarkt am Messegelände in Klagenfurt noch am Sonntag, 20. Oktober, und Montag, 21. Oktober, jeweils von 7 bis 19 Uhr.
Bunte Angebotspalette
Auf dem Ursulamarkt findet man alles, was man braucht, und alles, was man nie gesucht hat: Spezialputzfetzen werden neben Winkelschleifern angeboten, Dekoration aus Schwemmholz neben Hundehalsbändern in Leuchtfarben, Kärntner Speck neben afrikanischem Harissa-Gewürz, Allerheiligengestecke neben Gemüsehobel, Bundesheersocken neben Pullis mit glitzernden Einhörnern. Gut 250 Fieranten bieten ihre Waren an.
Die ermordete Königstochter
Der dritte und letzte Tag des Ursulamarktes fällt heuer übrigens auf den Gedenktag seiner Namensgeberin: Die Königstochter Ursula hatte sich im 4. Jahrhundert Christus geweiht und pilgerte nach Rom – mit 11.000 Jungfrauen, wie die Legende erzählt. Auf der Rückreise wurden die Wallfahrerinnen in Köln von Hunnen ermordet. Ein Pfeil tötete Ursula, die als Patronin der Tuchhändler verehrt wird, womit sich der Kreis zum Markt schließt.
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