Um 15.34 Uhr am Freitagnachmittag war es Gewissheit: Über René Benko wird die Untersuchungshaft verhängt. Bei vielen Geschädigten wird sich ein Gefühl von Gerechtigkeit und Genugtuung breitgemacht haben. Schließlich mussten sie einen hohen Preis zahlen, während Benko bis zuletzt in einer Protzvilla residierte und von dort offenbar weiterhin sein Schattenreich kontrollierte.
In den sozialen Netzwerken aber regieren Spott und Hohn, seit der Immobilienjongleur wegen Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr festgenommen und von Tirol nach Wien überführt wurde.
„Grüß euch!“ So beginnt ein Fake-Posting mit dem Bild des Signa-Gründers, „braucht jemand eine Eintrittskarte für die Weißwurstparty beim Stanglwirt heute? Bin leider verhindert.“ Dazu Lach- und Zwinkersmileys. Sollte wohl lustig sein.
Oder diese Immobilien-Anzeige, hinterlegt mit dem Foto einer Zelle im Grauen Haus: Single-Wohntraum in sehr sicherer Lage! Fläche 9 Quadratmeter, Mietvertrag unbefristet. Dazu das hellblaue Signa-Logo.
Die deutsche „BILD“-Zeitung zitiert Benkos Schwiegermutter: „Statt Kitzbühel und High Society gibt es für ihn jetzt Knast“, triumphiert die Dame dort, „es tut mir für meine Enkel leid.“ Wenn dem so wäre, würde sie ihre Schadenfreude wohl nicht öffentlich zelebrieren.
Ja, hier geht es um die größte Pleite der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Aber auch um drei minderjährige Kinder, für die das alles grausam sein muss.
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