(Bild: KMM)

Mitten im Krieg

Das war die letzte Krönung bei den Habsburgern

Mitten im Ersten Weltkrieg fand die letzte Krönung im Hause Habsburg statt: Am 30. Dezember 1916 wurden Karl und Zita zu König und Königin von Ungarn gekrönt. Es musste schnell gehen, Feierlichkeiten nach der Krönung gab es keine. Dafür waren die Fotos von der Krönung außergewöhnlich.

Bereits fünf Wochen nach Kaiser Franz Josephs Tod fand am 30. Dezember 1916 die Krönung von Kaiserin Karl und Kaiserin Zita zum König und zur Königin von Ungarn statt. Für die „schnelle“ Krönung gab es mehrere Gründe. Der wichtigste davon beruhte auf der alten ungarischen Verfassung: Im Jahr 1791 wurde festgelegt, dass sich ein ungarischer König innerhalb von sechs Monaten krönen lassen muss. Denn anders als in Österreich konnte ein Herrscher in Ungarn nur mit einer Krönung seine Macht legitimieren. Bei der Krönung musste der neue König den Eid auf die ungarische Verfassung ablegen und schwören, sie anzuerkennen und immer zu schützen.

Warum musste Karl so schnell gekrönt werden?
Dass man mitten im Ersten Weltkrieg auf eine schnelle Krönung Karls drängte, hatte auch damit zu tun, dass sein Vorgänger Franz Joseph sich erst 1867 zum König krönen ließ, also 18 Jahre nach seiner Thronbesteigung – und genauso lange war damals auch die ungarische Verfassung außer Kraft gesetzt. Das sollte sich unter dem neuen König Karl nicht mehr wiederholen.

Die alten königlichen Insignien und Gewänder, die Karl bei der Krönung trug, stellten die wichtigsten Symbole der ungarischen Nation dar. Darunter natürlich die heilige Stephanskrone: deren Kronhaube hatte Papst Silvester im Jahr 1000 dem legendären König Stephan geschenkt, der Kronreif war ein Geschenk des byzantinischen Kaisers um 1075.

Die heilige St. Stephanskrone, eines der wichtigsten Symbole der ungarischen Nation (Bild: Nemeth / akg-images / picturedesk.com)
Die heilige St. Stephanskrone, eines der wichtigsten Symbole der ungarischen Nation

Außerdem: der schwere Krönungsmantel, der von Königin Gisela im Jahr 1031 selbst bestickt wurde. Das Schwert, das bei der Krönung eine wichtige Rolle hatte, soll sogar einst Attila dem Hunnenkönig gehört haben – tatsächlich ist es aber wohl spätgotischen Ursprungs. Zita trug jene Krone, die einst Kaiserin Elisabeth bei ihrer Krönung zur Königin von Ungarn trug. Zwischen dem Paar: der damals vierjährige Kronprinz Otto.

Das neue ungarische Königspaar Karl und Zita (Bild: Ullstein Bild / picturedesk.com)
Das neue ungarische Königspaar Karl und Zita

Eine Top-Fotografin und ihre modernen Fotos
Bei Karls und Zitas Krönung wurde zum letzten Mal die Allianz von Monarch, Hof und Adel, sowie der Glanz der k. u. k. Monarchie zelebriert. Die berühmte Fotografin Dora Kallmus hielt den bezaubernden Anblick der ungarischen Aristokratinnen, die zur Krönung des neuen Königspaares geladen waren, in ihren ungewöhnlichen Fotografien fest. Es sind keine steifen Repräsentationsfotos, sondern künstlerisch außerordentliche Aufnahmen, die die Persönlichkeit der Modelle erahnen lassen und trotz der pompösen Inszenierung eine Leichtigkeit vermitteln, die man so von früheren Krönungen nicht kannte.

Gräfin Esterházy-Wrbna, eine der Palastdamen, die an der Krönung teilnahm, in einer Fotografie von  Dora Kallmus (Bild: Austrian Archives / brandstaetter images / picturedesk.com)
Gräfin Esterházy-Wrbna, eine der Palastdamen, die an der Krönung teilnahm, in einer Fotografie von  Dora Kallmus

Sofort nach der Krönung reiste Karl zurück nach Wien. Die traditionellen dreitägigen Feierlichkeiten, die sonst einer Krönung folgten, fanden nicht statt. Der neue König hielt es für unpassend, in Zeiten, in denen unzählige Männer auf den Schlachtfeldern starben, ausgiebig und pompös zu feiern.

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