Verräterische Körpersprache und verkrampfte Antworten: Als sich Prinz Charles und Lady Diana Spencer als frisch Verlobte der Presse präsentierten, wollten alle nur das königliche Märchen sehen. Im Nachhinein betrachtet, war dieser erste öffentliche Auftritt des Paares entlarvend.
In den britischen Medien wurde schon heftig darüber spekuliert – am 24. Februar 1981 war es dann Gewissheit: Der künftige König hatte seine Königin gefunden. Buckingham Palace bat zur großen Pressekonferenz. Vor die Kameras traten Prinz Charles, der älteste Sohn von Königin Elizabeth II., 32 Jahre alt, und Lady Diana Spencer, 19 Jahre alt.
Die Braut entzückte die Öffentlichkeit schon mit diesem ersten Auftritt. Die hübsche, schüchterne Adelige, deren Körpersprache ihre große Nervosität verriet und die sich an ihren Verlobten schmiegte, eroberte die Herzen ihrer Landsleute im Sturm. Auch dass sie die erste Engländerin seit 300 Jahren war, die ein britischer Thronerbe zur Frau nehmen wollte – in der Vergangenheit hatte man zwecks Vertiefung politischer Allianzen stets Heiratspartnerinnen aus anderen europäischen Dynastien bevorzugt –, wurde erfreut zur Kenntnis genommen.
Die Braut war jung und aus adeliger Familie, das war das Wichtigste
Die königliche Familie war mit Charles‘ Wahl äußerst zufrieden. Diana stammte schließlich aus ältestem englischen Adel, hatte – selbstverständlich – eine erstklassige Ausbildung erhalten und wusste, wie man sich in bester Gesellschaft bewegte. Außerdem, so dachte man damals, war sie jung genug, um sich noch an die persönlichen Einschränkungen zu gewöhnen, die ein Leben als Mitglied der königlichen Familie mit sich brachte.
Kennengelernt hatten sich Charles und Diana bereits vier Jahre vor der Verlobung. Der Thronfolger stand zu diesem Zeitpunkt in engem Kontakt mit Dianas älterer Schwester Sarah. Auf Diana wurde Charles erst im Sommer 1980 aufmerksam, bei einem Country-Weekend samt Polospiel, zu dem beide als Gäste geladen waren.
Nach weiteren Treffen lud Charles Diana im November desselben Jahres nach Balmoral ein, dem Privatschloss der Windsors in Schottland. Die Queen empfing Lady Spencer, heißt es, mit Wohlwollen. Seit diesem Zeitpunkt galt Diana in der Presse als mögliche Heiratskandidatin für Charles.
Was sie gebraucht hätten, konnten sie einander nicht geben
Diana schien damals aufgrund ihrer Herkunft eine perfekte Partie für den Thronfolger. Heute, im Nachhinein, weiß man aber angesichts der tragischen Entwicklung der Verlobung folgenden Ehe und vor allem aus unzähligen Interviews und Mitteilungen – sowohl von Diana und Charles, als auch aus deren Umfeld –, dass hier zwei Menschen zusammenkamen, die wohl niemals miteinander glücklich geworden wären. Zwar hatten beide eine schwere Kindheit und Jugend und suchten daraufhin – so entnimmt man es ihren späteren Biografien – das Gleiche im Leben, nämlich Stabilität und emotionalen Schutz in einer Beziehung. Aber was beiden fehlte, konnten sie nicht beieinander finden, sondern nur außerhalb ihrer Ehe.
Im Nachhinein betrachtet zeigte sich bereits bei diesem ersten Pressetermin, dass es sich bei Diana und Charles um eine schwierige Paarkonstellation handelte. Die Körpersprache der beiden war entlarvend, die Antworten auf Pressefragen waren hölzern und statt sanfter Berührungen gab es steife Posen.
Zum Zeitpunkt der Verlobung freilich blickte zumindest Diana hoffnungsvoll ihrer künftigen Ehe entgegen. Jedoch sollte sie noch vor ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Ehemann nach wie vor innig an seiner ehemaligen Freundin Camilla Parker Bowles hing.
Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.