Schladming-Dachstein

Ramsau: Auf der richtigen Spur

Reisen & Urlaub
27.02.2025 08:00

Langlaufen, Winterwandern und Genießen lassen sich in der Ramsau in der steirischen Region Schladming-Dachstein perfekt verbinden. In der Winteridylle des Sonnenplateaus warten bestens präparierte Loipen, malerische Wanderwege und kulinarische Höhepunkte.

Der imposante Anblick des Dachsteins beeindruckt mich immer wieder“, sagt Walter Walcher. Der Ur-Ramsauer ist seit über 40 Jahren Bergführer. Bei Sonnenschein wandert er mit mir durch den glitzernden Schnee zur malerisch am Fuße der Dachstein-Südwand gelegenen Brandalm. Das Panorama beeindruckt. Einheimische spielen vor der Hütte auf Harmonika und Gitarre – die Almromantik ist perfekt!

Am nächsten Morgen startet mein Langlauf-Kurs im WM-Stadion unter fachkundiger Anleitung von Trainerin Lisa. 1999 war Ramsau am Dachstein Austragungsort der Nordischen Ski-WM. Der Ort ist ein wahres Paradies für Langläufer und Wintersportler, vom Anfänger bis zum Profi. Lisa zeigt mir den klassischen Stil – Balance halten, Gleiten, richtiger Stockeinsatz, Doppelstock-Technik. Mit jeder Übung gewinne ich an Sicherheit. Ein Sturz gehört dazu.

Ganz nach alter Tradition wird beim Lodenwalker in Ramsau am Dachstein jeder im Haus produzierte Loden an der frischen Luft getrocknet. (Bild: Alwin Strasser)
Ganz nach alter Tradition wird beim Lodenwalker in Ramsau am Dachstein jeder im Haus produzierte Loden an der frischen Luft getrocknet.

Das Wichtigste, wie im Leben: aufstehen und weitermachen. Die ruhige winterliche Landschaft von Ramsau am Dachstein kann man auch bei einer Pferdekutschenfahrt, einer Tour mit dem Fatbike oder einer Schneeschuhwanderung genießen. Zwischen Sport und Natur tauche ich in ein Stück steirische Handwerkskunst ein, besuche die älteste Lodenwalke der Welt. Seit 1434 wird hier nach alter Tradition Loden hergestellt. Chef Jörg Steiner führt mich durch die Produktion, erklärt, wie der Stoff entsteht. Was ihn so besonders macht? Die Robustheit. Von der könnten auch die Menschen heute mehr gebrauchen, meint Jörg.

INFOS

  • Anreise
    Mit der Bahn bis Schladming und weiter mit dem Bus nach Ramsau am Dachstein. Oder mit dem Pkw.
  • Allgemeine Infos zur Steiermark, der Region, der Ramsau und Langlaufen
    www.steiermark.com sowie TVB Schladming- Dachstein: www.schladming-dachstein.at
  • Unterkunfts-Tipp
    Ramsauhof Hotel & Spa: www.ramsauhof.at
  • Berg- und Skiführer
    Walter Walcher
    Telefon: 0664/410 15 80
  • Lodenwalker
    Kostenlose Besichtigung der Produktion für Interessierte.
    Shop & Gasthaus, Führungen ab 20 Personen: www.lodenwalker.com 

Ich spaziere zurück zu meiner Unterkunft, dem Ramsauhof, und genieße die winterliche Nachmittagssonne. Nach einem köstlichen Abendessen und einem Sauna-Aufguss geht es zufrieden ins Bett. Vor dem zweiten Kurstag spüre ich Muskeln, von denen ich nicht wirklich „wusste“, dass ich sie habe. Heute geht alles leichter, das Langlaufen macht so richtig Spaß – die kalte, klare Luft, das gleitende Gefühl auf der Loipe – jetzt weiß ich, warum so viele diesen Sport lieben.

Anschließend erwartet mich in der Ederstube bei Wirtin Christine ein herrliches Kürbis-Erdäpfelgulasch. Das Gericht ist Teil der Almkulinarik, bei der Spitzenkoch Richard Rauch zusammen mit Hüttenwirten der Region köstliche Speisen mit regionalen Zutaten kreiert. Überhaupt werde ich während meiner Reise perfekt kulinarisch verwöhnt. Nachmittags treffe ich Walter wieder.

Ederstube-Wirtin Christine mit ihrem Kürbis-Erdäpfelgulasch, das es mit und ohne Bruanschweiger gibt. Kreiert hat sich das Gericht mit 4-Hauben-Koch Richard Rauch im Rahmen der Almkulinarik by Richard Rauch. (Bild: Martin Huber)
Ederstube-Wirtin Christine mit ihrem Kürbis-Erdäpfelgulasch, das es mit und ohne Bruanschweiger gibt. Kreiert hat sich das Gericht mit 4-Hauben-Koch Richard Rauch im Rahmen der Almkulinarik by Richard Rauch.

Unsere Kulinarik-Tipps

Wir wandern gemütlich zur Halseralm, einer 400 Jahre alten Hütte, in der ein ganz besonderer Kaiserschmarrn serviert wird. Er wird in der urigen Stube direkt am Tischherd neben den Gästen zubereitet – und dann flambiert. Ich darf die Flamme ausblasen. Angerichtet wird die süße Köstlichkeit mit selbst gemachtem Apfelmus und Preiselbeeren. Draußen stolzieren Enten, Hühner und Gänse – eine Szene wie aus einer anderen Zeit.

Zum Abschluss „erklimme“ ich mit der Dachsteinbahn den mächtigen Berg. Noch einmal schweift von der Bergstation in 2700 Metern mein Blick über die Region. Wer einmal auf der richtigen Spur war, kommt immer wieder. Ich ganz sicher.

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