Die Industrie befindet sich in Österreich weiter abseits eines Wachstums – doch immerhin gibt es einige wenige positive Signale.
Angesichts der weiter sinkenden Produktionsanforderungen und der bestehenden Nachfrageunsicherheit haben die heimischen Industriebetriebe den Personalabbau im Februar mit hohem Tempo fortgesetzt, schreibt die Bank Austria. Der Beschäftigtenindex stieg nur minimal gegenüber dem Vormonat auf 41,4 Punkte. Seit fast zwei Jahren sinkt in der österreichischen Industrie der Beschäftigtenstand. In diesem Zeitraum gingen von rund 650.000 Jobs in der Herstellung von Waren etwa drei Prozent verloren.
Darüber hinaus verringerte sich seit Anfang 2023 auch die Anzahl von Leiharbeitern, die zu einem großen Teil auch in der Industrie tätig waren. Die relativ stärkste Verringerung des Beschäftigtenstands erfolgte in der Bekleidungs- und Textilindustrie sowie in der Glasherstellung. Auch in der Metallerzeugung, bei Autobauern und -zulieferern sowie in der Holz- und Möbelindustrie ging der Personalstand überdurchschnittlich stark zurück. Nur in der Lebensmittel- und der Pharmaindustrie kam es in diesem Zeitraum zu einem nennenswerten Personalaufbau.
Aber es gibt auch Lichtblicke
Zumindest sind die Produktionserwartungen auf Jahressicht im neuesten, am Mittwoch veröffentlichten EinkaufsManagerIndex der UniCredit Bank Austria im Februar zum zweiten Mal in Folge positiv. Der Produktionsrückgang hat sich auch leicht verlangsamt, doch der Beschäftigungsabbau behielt sein hohes Tempo.
Der EinkaufsManagerIndex erreichte zwar den Höchstwert seit exakt zwei Jahren. Doch mit nunmehr 46,7 Punkten im Februar blieb er weiterhin deutlich entfernt von der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Produktionserwartungen fürs ganze Jahr erreichten aber mit 54,9 Punkten wie schon im Jänner den positiven Bereich. „Das ist zumindest ein Versprechen für die etwas fernere Zukunft“, kommentierte Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer.
Geringster Auftragsrückgang seit fast drei Jahren
Der Produktionsindex lag im Februar mit 48,4 Punkten auch weiterhin klar unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten, wenn auch nicht mehr so tief wie zuvor. „Der Produktionsrückgang schwächte sich im Februar gegenüber dem Vormonat erneut deutlich ab und stieg sogar auf ein 9-Monats-Hoch. Der Produktionsrückgang wurde durch geringere Einbußen im Neugeschäft gebremst. Der Index der Neuaufträge kletterte auf 48,1 Punkte, den besten Wert seit fast drei Jahren“, erläuterte Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl via Aussendung.
Arbeitslosenquote auf 4,3 Prozent gestiegen
Die Arbeitslosenquote in der verarbeitenden Industrie in Österreich betrug seit Jahresbeginn 2025 saisonbereinigt 4,3 Prozent. „Von der Abmilderung der Rezession in der heimischen Industrie wird am Arbeitsmarkt vorerst noch nichts zu spüren sein“, so Pudschedl. „In den kommenden Monaten ist von einer Fortsetzung des Aufwärtstrends der Arbeitslosenquote im Sektor auszugehen. Nach durchschnittlich vier Prozent im Jahr 2024 dürfte die Arbeitslosenquote 2025 auf bis zu 4,5 Prozent steigen.“ Damit werde trotz einer höheren Dynamik die Arbeitslosenquote in der Industrie 2025 jedoch deutlich niedriger als in der Gesamtwirtschaft mit 7,3 Prozent bleiben.
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