Nehmen sie Reißaus?

Das sind die Mächtigen hinter Trump im Weißen Haus

Außenpolitik
28.02.2025 16:48

Seit einem Monat im Amt, fegt US-Präsident Donald Trump wie ein Wirbelwind durch die US- und Weltpolitik. Kommt das alles von ihm, was da aus dem Oval Office täglich nach außen dringt? Wer sind die Menschen, die ihm den Rücken frei halten? Und wohl für Trump am wichtigsten: Verhalten sie sich loyal?

In seiner ersten Amtszeit, in die Trump 2017 schlecht vorbereitet gestolpert war, hatte der Polit-Novize vom ersten Tag an mit schweren Verwerfungen innerhalb seines Teams und Personalkarussells zu kämpfen. Ausgewiesene Fachleute nahmen Reißaus, als sie Trumps Regierungsstil hautnah erlebten. Andere musste er entlassen, weil sie sich entweder als illoyal oder als unfähig herausstellten – oder beides. Kein Tag verging, an dem nicht Interna an Medien durchgestochen wurden.

Trump hat dazugelernt: Nach einem guten Monat im Amt dringen diesmal kaum Störungen aus dem Weißen Haus nach draußen - die rechtspopulistische Maschinerie scheint wie geschmiert zu laufen.

„Wir haben einen guten Job gemacht, aber diesmal machen wir einen deutlich besseren“, hat Trump schon im Wahlkampf gesagt. „Weil ich jetzt die Leute kenne. Ich kenne die guten und die schlechten, die schwachen und die starken, ich kenne die dummen und die schlauen. Ich kenne sie alle.“ Eine Auswahl derer, die nach Trumps Einordnung gut, stark oder schlau sind, wichtige Schaltstellen besetzen und für Trump als unersetzlich gelten:

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Ich kenne die guten und die schlechten, die schwachen und die starken, ich kenne die dummen und die schlauen. Ich kenne sie alle.

(Bild: APA/Getty Images via AFP/GETTY IMAGES/Andrew Harnik)

US-Präsident Donald Trump über die Menschen

Stephen Miller
Noch keine 40 Jahre alt, ist der als absoluter Hardliner bekannte Stephen Miller schon ein Veteran im Weißen Haus, der als einer der wenigen Berater Trumps die erste Amtszeit komplett überstanden hat. Die Jahre der Präsidentschaft von Joe Biden nutzte Miller, um die Grundlage für Trumps neuen Anlauf zu legen. Er schrieb unter anderem an dem umstrittenen Projekt 2025 der erzkonservativen Heritage Foundation mit – das häufig als Blaupause eines Trump‘schen Regierungsprogrammes tituliert wird.

Miller trägt offiziell den Titel eines stellvertretenden Stabschefs im Weißen Haus – seine Machtposition dürfte aber viel größer sein, als es der Titel hergibt. Er gilt als einer der ganz engen Vertrauten des Präsidenten, schrieb viele seiner Reden und gilt als intellektuelle Wurzel von Trumps Politik.

 Steve Witkoff
Wie Trump lange Zeit als Immobilienmagnat in New York unterwegs, stieß der Jurist und Unternehmer Steve Witkoff als politischer Quereinsteiger zum Trump-Lager. Offiziell ist er Unterhändler für den Nahen Osten, hat maßgeblich am Zustandekommen des Waffenruheabkommens zwischen Israel und der Hamas mitgewirkt.

Inzwischen hat sich sein Portfolio vergrößert – Witkoff gehört jetzt auch zum Team der maßgeblichen US-Verhandler, wenn es um eine Friedenslösung für die Ukraine geht. Trump hält grundsätzlich mehr von Leuten, die sich erfolgreich in der Wirtschaft durchgesetzt haben, als etwa von Karrierediplomaten.

Pam Bondi
Als Generalstaatsanwältin und Justizministerin besetzt die 59-jährige Pam Bondi eine absolute Schlüsselposition für Trump – sie kann und soll ihm allen juristischen Ärger vom Hals halten. Die ehemalige Generalstaatsanwältin von Florida und Nahost-Lobbyistin gehörte zu dem Anwaltsteam, das Trump in seinem Amtsenthebungsverfahren während seiner ersten Amtszeit erfolgreich vertreten hat.

Sie wird als ausgesprochen loyal eingeschätzt. Auch hier ist Trump aus Erfahrung klüger geworden: Jeff Sessions, sein erster Justizminister, hatte sich 2017 für befangen erklären müssen und konnte Trump somit nicht die unangenehmen Russland-Untersuchungen ersparen, die einen großen Teil seiner Kräfte für lange Zeit banden.

Elon Musk
Der wohl vermögendste Mann der Welt passt eigentlich nicht einwandfrei in das Schema von Trump. Elon Musks Elektroauto-Schmiede Tesla ist dem Öl- und Gas-Fan Trump eher ein Dorn im Auge. Dennoch lässt der Präsident dem Zampano freie Hand, stärkt ihm regelmäßig den Rücken, wenn Musks allzu krasse Pläne zur Dezimierung des Staatsapparates etwa mal wieder auf harsche Kritik stoßen. Wie lange das Nebeneinander der beiden Alphatiere gutgeht, darauf laufen in den USA schon Wetten.

Peter Navarro
Der emeritierte Wirtschaftsprofessor ist Trumps Mann für die Zölle. Peter Navarro gilt unter Wirtschaftswissenschaftlern als Außenseiter, seine Auffassungen über internationalen Handel laufen quer zur Lehrmeinung. Er ist ein erklärter Gegner von Freihandelsabkommen. Navarro möchte möglichst viel Produktion in die USA zurückholen und hält Zölle für ein probates Mittel auf dem Weg zu diesem Ziel.

Selbst im in sich bereits sehr konservativen „Project 2025“ der Heritage Foundation ist die Position Navarros nicht unumstritten und wird dort von einer gemäßigteren Position flankiert. Der 75-Jährige genießt jedoch bereits seit der ersten Amtszeit Trumps das Vertrauen des Präsidenten in allen Handelsfragen.

Navarro war im Vorjahr vier Monate im Gefängnis. Er hatte sich geweigert, Dokumente herauszugeben und vor einem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses zum Kapitol-Sturm auszusagen. Navarro war der erste nahe Trump-Vertraute, der in diesem Kontext eine Haftstrafe verbüßte.

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