US-Präsident Donald Trump ließ am Montag mit einer kryptischen Nachricht in den sozialen Netzen aufhorchen. „MORGEN NACHT WIRD GROSS. ICH WERDE ES SO SAGEN, WIE ES IST“, schrieb er in Großbuchstaben auf seinem eigenen Netzwerk Truth Social. Was dahinterstecken könnte:
Einen Hinweis, in welche Richtung es gehen könnte, lieferte etwa das Weiße Haus am Montag: Ohne weitere Details zu nennen, kündigte man eine „Investitionsankündigung“ an. Die Erklärung soll um 13.30 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MEZ) erfolgen. Vertreter des Weißen Hauses waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Ankündigung soll laut Reuters Teil des täglichen Terminplans des Präsidenten.
Vermutungen zufolge könnte er dabei einen weiteren Schritt zur Staatsinvestition in Kryptowährungen setzen. So hatte er etwa kurz zuvor vekündet, die USA zur „Krypto-Hauptstadt der Welt“ zu machen.
Große Bühne für politische Inszenierungen
Doch was wird am Dienstagabend dann „GROSSES“ verkündet: Zu dem Zeitpunkt ist jedenfalls eine Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses geplant. Formal handelt es sich dabei nicht um eine „State of the Union“-Ansprache, da diese traditionell erst nach einem längeren Zeitraum im Amt erfolgt. Inhaltlich gibt es für das Publikum jedoch kaum Unterschiede, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete.
Die Veranstaltung bietet eine Bühne für politische Inszenierungen. Wenn der Präsident den Saal betritt, wird er vom Sergeant-at-Arms angekündigt, was traditionell zu lautem Applaus führt. Während der Rede sitzt der Sprecher des Repräsentantenhauses sowie der Vizepräsident – in seiner Rolle als Senatsvorsitzender – hinter dem Präsidenten.
Besonderes Interesse gilt diesmal Elon Musk, der als Berater Trumps die „Abteilung für Regierungseffizienz“ leitet. Diese neuartige Institution hat tief in die Arbeit der Bundesbehörden eingegriffen und tausende Entlassungen mit sich gebracht. Beobachter fragen sich, ob Musk während der Rede als Gast im Plenarsaal anwesend sein wird.
Kurs der US-Außenpolitik unklar
Die Rede findet nur wenige Tage nach einem umstrittenen Treffen zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Oval Office statt. Dabei sollte eine Partnerschaft zu kritischen Rohstoffen besiegelt werden, doch die Verhandlungen scheiterten, nachdem Trump und Vizepräsident J.D. Vance Selenskyj scharf kritisierten.
Trump machte daraufhin deutlich, dass die USA ihre Unterstützung für die Ukraine überdenken: „Entweder ihr macht einen Deal, oder wir sind raus.“
Die Zukunft der US-Hilfe für die Ukraine, die sich seit drei Jahren gegen die russische Invasion verteidigt, ist ungewiss. Trumps Rede wird eine Gelegenheit sein, seine Position zur Ukraine-Politik zu erläutern.
Hat Trump seine Emotionen diesmal im Griff?
Trump ist bekannt für seine freien, oft improvisierten Reden. Solche Veranstaltungen folgen jedoch meist einem strikten Drehbuch. Eine Frage, die viele Beobachter interessiert: Wird Trump bei seiner vorbereiteten Rede bleiben, oder wird er sich spontan in seine typischen, von Emotionen geprägten Ausführungen verlieren?
Ein Hinweis könnte sein Auftritt beim republikanischen Parteitag im vergangenen Sommer sein. Damals begann er seine Rede nachdenklich und ernst, indem er an das Attentat auf ihn in Butler, Pennsylvania erinnerte. Doch mit der Zeit wandelte sich der Tonfall zu einem seiner typischen Wahlkampfauftritte.
Ob Trump dieses Mal auf seiner Linie bleibt oder sich von spontanen Emotionen leiten lässt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Der Abend wird eine richtungsweisende Momentaufnahme für seine zweite Amtszeit.
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