Die bislang zeitlich jüngste und größte Fundstelle Mitteleuropas ist für Archäologen eine kleine Sensation: Ausgrabungen im XL-Format faszinieren und erzählen vom Überleben unserer Vorfahren. Ein Kampf auf Leben und Tod der bislang noch nie erforschten Superlative muss sich in der Nähe von Langmannersdorf, Bezirk St. Pölten, ereignet haben. Wir erläutern die Taktiken unserer Eiszeit-Vorfahren.
Vor etwa 25.000 Jahren war es ein „Duell“ zwischen ungleich mächtigen Gegnern: Die Reste von fünf erlegten Mammuts samt Steinwerkzeugen, die Archäologen entdeckt haben, lassen jedenfalls auf eine Jagd in ganz großem Stil schließen. Dem Ereignis kommen Wissenschaftler nun vorsichtig – trotz großer Knochen mit Staubpinsel & Co. – auf die Schliche. Denn ein Mammut wies eine Schulterhöhe bis zu dreieinhalb Metern auf und stellte durch sein Gewicht von fünf bis sechs Tonnen samt langen Stoßzähnen eine große Gefahr für die Eiszeit-Jäger dar, die sich den Giganten nur mit primitiven Steinwerkzeugen stellen mussten.
Mammuts bei uns waren eigentlich „winzig“
Dieser Gegensatz weckt umso mehr Neugierde nach Details. Und diese kommen auch zutage: Mit der Zahl der Funde in verschiedenen Bodenschichten nimmt das Projekt immer größere Dimensionen an. Derzeit geht man von zwei Stämmen aus, die in der Region lebten – Dutzende Eiszeit-Giganten wurden vom Fleisch bis zu den Stoßzähnen verarbeitet, erläutert die Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
Landesarchäologe Franz Bieler hat auch einiges über die Jagd auf die Eiszeit-Riesen zu erzählen: „Bei uns waren sie ja mit dreieinhalb Metern ,relativ´ klein – in Nordafrika ging es bis zu fünf Meter“, so der wissenschaftliche Leiter der MAMUZ-Museen im Weinviertel.
Aber wie schafften die Menschen den ungleichen Kampf gegen die Riesen? Unsere Spezies konnte sich stets durch ihre Intelligenz, List und Taktik an die Spitze der Evolution setzen – hier etwa durch das Anlegen von Grubenfallen – besser gesagt: Stellen, an denen kein Permafrost herrschte, etwa sumpfige Stellen nahe von Bächen und Flüssen. Die schweren Fellriesen versanken und waren ihren zweibeinigen Jägern dann hilflos ausgeliefert. Auch Franz Pieler hat – Nomen est Omen – als Eiszeit-Spezialist Wissen über die Vorgangsweise bei der Mammuts-Jagd: „Natürlich haben die erfahrenen Jäger von einst die Plätze gewusst, wo man den Tieren auflauern kann und die Fluchtmöglichkeiten durch natürlichen Bewuchs am hinderlichsten waren.“
Ohne Speer ging nicht viel weiter . . .
Neben Steinbeil-Werkzeugen waren es vor allem die mächtigen Speere, die eine „verlängerte Hand“ waren und den Tieren von sicherer Distanz schwere Wunden zusetzten.
Denn, wie der Landesarchäologe weiters erzählt: „Man darf sich das nicht wie eine Art Nahkampf vorstellen. Die Jäger einer Gruppe hatten die wichtige Funktion, alle zu ernähren“, so der Historiker. „Da ging man kein Risiko ein – da man die Menschen und deren erworbene Taktiken für die Ernährung aller anderen brauchte.“
„Immer auf die Kleinen . . .“
Dies führte dazu, so Bieler, dass man sich nicht unbedingt mit den erwachsenen Exemplaren anlegte. Entweder lauerte man jüngeren Exemplaren auf. Oder es gab, wie bei den heutigen Elefanten, sogenannte Mammut-Friedhöfe“, erzählt der MAMUZ-Forscher. „Das war nicht, wie man vermuten könnte, ein ,tierisches Ritual´, sondern die Zähne der Tiere nutzen sich schnell ab – und mit dem Alter versammelten sie sich eben an Stellen, wo das Gras leicht auszureißen und zu zerkauen war.“ Laut wissenschaftlicher Erkenntnisse waren also vor allem auch ältere Tiere unter den Opfern der Jäger.
Wer eine Reise in die Eiszeit unternehmen und ein Mammut in Originalgröße bestaunen will: Im MAMUZ in Mistelbach läuft die Sonderschau „Eiszeit“. Mehr auf www.mamuz.at
Möchten Sie jetzt eine private Immobilie in unseren Marktplätzen inserieren?
Private Immobilie inserieren und in die Krone durchschalten
Topinformiert über die Nachrichten aus NÖ
Morgens topinformiert über die Nachrichten des Tages
Topinformiert über die Sport-Nachrichten des Tages
Seien Sie täglich topinformiert über die Welt der Promis
Morgens topinformiert über die Nachrichten des Tages
Abends topinformiert über die Nachrichten des Tages
Topinformiert über die Sport-Nachrichten des Tages
Seien Sie täglich topinformiert über die Welt der Promis
Alle „Krone“-Gewinnspiele auf einen Blick
Wöchentlich neue Rezeptideen, Koch- und Backtipps
Die besten Reisetipps für Entdecker und Weltenbummler
Das Neueste aus dem Tierschutz und unsere Einsätze
Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.