Licht und Schatten

Gemeindewahl: So reagieren die Parteichefs in Graz

Steiermark
24.03.2025 06:01

Nach den steirischen Gemeinderatswahlen am Sonntag fühlen sich alle Landesparteichefs irgendwie als Sieger. Der große gemeinsame Nenner ist die Freude über die stark gestiegene Wahlbeteiligung.

Der weiß-grüne Wahlmarathon ist Geschichte! Nach EU-, Nationalrats- und Landtagswahl wurden die Steirer bei den Gemeinderatswahlen zum vierten Mal innerhalb von nur einem Jahr zur Wahlurne gebeten. Und im Gegensatz zu den vorangegangenen Stimmabgaben bleibt die Volkspartei die klare Nummer eins.

In 207 Gemeinden sind die Schwarzen Sieger – das sind sogar um acht mehr als noch 2020. Insgesamt verliert man zwar 3,5 Prozentpunkte, die letztlich 43,7 Prozent sorgen in der Parteizentrale am Grazer Karmeliterplatz aber für zufriedene Gesichter. „Ein Plus wäre ja auch unrealistisch gewesen, dafür hat sich das Umfeld zu sehr geändert“, sagt Manuela Khom, für die es die erste Wahl als Parteichefin war. „Mit diesem Ergebnis haben wir aber bewiesen, dass die ÖVP die Bürgermeisterpartei ist.“

Die Murauerin macht auch keinen Hehl daraus, dass sie besonders das Minus in ihrer Heimatstadt schmerzt: „Aber auch das Ergebnis in Unzmarkt tut weh – da werden wir nacharbeiten müssen.“ Positiv hebt sie die Resultate in Krottendorf-Gaisfeld, wo Lukas Vogl als jüngster Bürgermeister bestätigt wird, und Bruck durch Susanne Kaltenegger hervor.

FPÖ: „Gibt noch Chancen auf Bürgermeister“
Zufrieden nimmt das Wahlergebnis auch FPÖ-Chef und Landeshauptmann Mario Kunasek zur Kenntnis. Auch wenn er zugibt, „dass es schön gewesen wäre, wenn wir einen Bürgermeistersessel erobert hätten. Aber noch besteht in einigen Gemeinden die Chance, der Bürgermeister wird ja durch den Gemeinderat gewählt“. Unterm Strich steht jedenfalls das beste Ergebnis der freiheitlichen Geschichte.

„Wir stellen nun über 800 Gemeinderäte, so viele wie noch nie, und haben gezeigt, dass die FPÖ auch in den Gemeinden ein fixer Bestandteil ist“, ist Kunasek überzeugt. Der Landeshauptmann freut sich vor allem auch darüber, dass viele Steirer von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten: „Diese Wahlbeteiligung zeigt eindrucksvoll, dass die Steirer nicht politikverdrossen sind.“

SPÖ-Lercher: „Die Verluste schmerzen natürlich“
Wieder einmal bei den großen Wahlverlierern ist die SPÖ. Der erhoffte Turbo für den neuen Landesvorsitzenden Max Lercher bleibt aus. Im Gegenteil: Die Roten sind nur noch in 68 Gemeinden die stimmenstärkste Partei, das sind um fünf weniger als zuletzt. Hinzu kommt, dass man in den Bezirkshauptstädten nur in Voitsberg die absolute Mehrheit verteidigen kann. „Eine Wahl mit Licht und Schatten“, konstatiert Lercher. „Die Verluste schmerzen natürlich, da gibt’s nichts zu beschönigen. Auf der anderen Seite dürfen wir uns auch über tolle Zugewinne freuen – wie etwa in Kapfenberg, Trofaiach oder Wagna.“

Drei Parteien, ein Schicksal: Für Neos (Philipp Pointner), Grüne (Sandra Krautwaschl) und KPÖ (Robert Krotzer) war nicht viel zu holen.  (Bild: Radspieler Jürgen)
Drei Parteien, ein Schicksal: Für Neos (Philipp Pointner), Grüne (Sandra Krautwaschl) und KPÖ (Robert Krotzer) war nicht viel zu holen. 

Gar keine Rolle spielen bei diesen Wahlen die Kleinparteien: Lediglich die Neos landen in der Ramsau einen Punktesieg. Für die Pinken trotzdem ein guter Tag: „Wir dürfen uns über ein Rekordergebnis freuen. Mit 29 Gemeinderäten haben wir so viele Mandate wie noch nie“, jubelt etwa der stellvertretende Landessprecher Philipp Pointner.

Grüne und KPÖ üben sich in Durchhalteparolen
Viel vorgenommen haben sich die Grünen – doch wieder steht vor dem Ergebnis ein Minus: „Es gibt natürlich in einzelnen Gemeinden schmerzliche Verluste, aber in anderen auch wirklich sehr gute Erfolge“, gibt sich Parteichefin Sandra Krautwaschl kämpferisch.

Herbe Verluste auch für die KPÖ. In vielen Gemeinden scheitert man am Einzug. „Dennoch bleiben wir in wichtigen Gemeinden ein Faktor“, ist Landesvorsitzender Robert Krotzer überzeugt, und denkt da an Leoben oder Trofaiach.

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