Die Generalversammlung eines österreichweit agierenden Hundeclubs beschäftigt nun das Gericht. Weil ausgeschlossene Mitglieder anrückten, eskalierte das Treffen in Altlengbach nämlich, die Polizei musste anrücken.
Es hätte eine Routinesitzung des Basset- und Laufhundeclubs in Altlengbach werden sollen – doch sie endete in einem Desaster, das nun sogar das Gericht beschäftigt. Viele der deutlich mehr als 100 Mitglieder waren Ende des vergangenen Jahres für die Generalversammlung aus allen Teilen Österreichs in den Bezirk St. Pölten gekommen. Doch nicht nur die. Auch eine Handvoll Personen aus Kärnten, die aufgrund von Verletzungen der Vereinsstatuten in der Vergangenheit rausgeschmissen worden waren. Sie wollten, so heißt es, ebenfalls mit aller Macht in den Veranstaltungssaal.
Zutritt verwehrt
Doch die Gesichter waren freilich bekannt. Andere Mitglieder versuchten ihnen den Zutritt zu verwehren, bis es völlig eskalierte. Zunächst wurde noch eifrig diskutiert, dann soll der Vereinspräsidentin sogar von einem Mann ins Gesicht geschlagen worden sein. Zwei andere Teilnehmer seien ebenfalls massivst bedroht worden. Die Polizei wurde alarmiert.
In Zeitlupe umgefallen?
Doch trotz Anwesenheit der Uniformierten war die Lage nicht unter Kontrolle zu bringen. Ganz im Gegenteil, sie wurde immer unübersichtlicher. Denn eine weitere Frau wollte sich Zutritt in den Saal verschaffen. Als ihr das nicht gelang, landete sie am Boden. Die 61-Jährige behauptete, umgestoßen worden zu sein. Was ihr entgangen war: Sie hatte sich direkt vor den Augen zweier Polizisten in Zeitlupe freiwillig auf den Asphalt gelegt. Die Beamten forderten sie sofort auf, wieder aufzustehen.
Wir betreiben den Verein freiwillig, zum Wohle der Hunde. Und dann passiert sowas.
Präsidentin Franziska Kampleitner
Doch die vermeintlich Attackierte blieb bei ihrer Version. Sie ließ sich sogar ins Krankenhaus bringen und soll dort behauptet haben, bewusstlos gewesen zu sein. Sie blieb daher über Nacht zur Beobachtung dort. Nicht nur das: Sie wurde sogar für mehrere Wochen krankgeschrieben – „Krone“-Informationen zufolge von einem Orthopäden. Sogar die Polizei soll angezeigt worden sein, wegen fehlender Hilfeleistung.
61-Jährige vor Gericht
Viele Wochen nach der turbulenten Versammlung beschäftigten einige Geschehnisse kürzlich das Gericht in Klagenfurt. Im Mittelpunkt: die 61-Jährige! Sie musste sich nämlich wegen Verleumdung verantworten. Die strafrechtlichen Verfahren gegen die anderen seien eingestellt worden, sogar gegen jenen Mann, der der Präsidentin ins Gesicht geschlagen habe – zumindest zivilrechtlich könnte es aber dennoch Folgen für ihn haben. Beim Prozess waren zahlreiche Zeugen vorhanden, auch die Polizisten wiederholte noch einmal das Gesehene. Weil die Verteidigung noch einen Gutachter beauftragen möchte, wurde die Verhandlung vertagt.
Verein beklagt seit Vorfall Mitglieder-Rückgang
Untröstlich ist seit dem Vorfall Präsidentin Franziska Kampleitner. „Wir betreiben den Verein freiwillig, zum Wohle der Hunde. Und dann passiert sowas“, kann sie noch immer nicht realisieren, was da genau in Altlengbach vorgefallen ist. Zum Hintergrund, warum die Personen damals ausgeschlossen worden waren, wollte sie sich nicht äußern, über die Folgen des Vorfalls aber sehr wohl: „Wir haben seitdem 20 bis 30 Mitglieder verloren. Das Image des Vereins hat leider sehr darunter gelitten.“
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