Dachte, es war Eistee

Mann schüttet Ammoniak über Bruder – Freispruch

Vorarlberg
26.03.2025 06:05

Ein 35-jähriger Vorarlberger hat einen Diebstahl bitter büßen müssen. In der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch schwieg der Malträtierte aber – der Täter, sein Bruder, wurde folglich freigesprochen.

Sowohl das 35-jährige Opfer als auch dessen 39-jähriger Bruder können auf eine steile Drogenkarriere verweisen. Damit einher geht ein Vorstrafenkatalog wegen Suchtmittelvergehen, gefährlicher Drohung, Körperverletzung und Eigentumsdelikten. Kurz: zwei verpfuschte Leben, für die der Häfen längst zur zweiten Heimat geworden ist. Am Dienstag stand wieder einmal der ältere der beiden Frühpensionisten vor Gericht.

Der Vorfall hat sich Ende Jänner ereignet, es geht um gefährliche Drohung, Körperverletzung und Freiheitsentziehung. Das Opfer ist der 35-jährige Bruder, der vom Angeklagten verdächtigt wird, 200 Euro gestohlen zu haben. Es ist kurz nach Mittag, als der Gepeinigte den ersten Notruf absetzt und behauptet, in seiner Wohnung vom Bruder gewürgt und geschlagen worden zu sein. Als die Beamten wenig später dort eintreffen, gelingt es ihnen zunächst, die Situation durch Wegweisung des Aggressors zu entschärfen.

„Ich dachte, es wäre Eistee“
Doch wenig später taucht der Unberechenbare wieder beim jüngeren Bruder auf und überschüttet ihn mit Ammoniak. „Ich dachte, es wäre Eistee. Es war ein Unfall. Ich liebe meinen Bruder und würde ihm doch niemals sowas antun“, verteidigt sich der Angeklagte bei Gericht. Auch, dass er den Verletzten danach in der Wohnung eingesperrt habe, um weiteren Stress mit der Polizei zu verhindern, bestreitet er. Auf Nachfrage von Richterin Verena Wackerle, weshalb das Opfer lügen sollte, erklärt der 39-Jährige: „Mein Bruder war wegen eines Diebstahls erst vor Kurzem auf Bewährung aus der Haft gekommen. Er wollte die Sache mit den 200 Euro nicht zugeben, weil er Angst hatte, wieder ins Gefängnis zu müssen.“

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Frau Rat, ich schwöre Ihnen, mich sehen Sie hier nie wieder. Ich bin kein Verbrecher!

der Angeklagte

Die Richterin glaubt dem Beschuldigten zwar kein Wort, da sich das Opfer jedoch der Aussage entschlägt, bleibt der Frau Rat nichts anderes übrig, als den Beschuldigten freizusprechen. Nachdem der 18-fach-Vorbestrafte sein Glück erfasst hat, nicht wieder in den Bau zu müssen, bedankt er sich beim Gericht und verspricht: „Frau Rat, ich schwöre Ihnen, mich sehen Sie hier nie wieder. Ich bin kein Verbrecher!“

Porträt von Chantal Dorn
Chantal Dorn
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