Seit der Pestepidemie im Jahr 1749 wird in Klagenfurt vor einem Gemälde des dornengekrönten Hauptes Jesu gebetet. Diese spirituelle Tradition bereite sich auf ganz Kärnten aus, ist nach wie vor beliebt und lockt prominente Gastprediger aus ganz Österreich, heuer sogar aus Rom an.
Die Kaufmannsfrau Maria Ruprecht hatte das Gemälde zum Dank für die Heimkehr ihres verschollen geglaubten Mannes gestiftet. Der Pfarrer ließ das Bild aber zunächst nicht aufstellen, da es von der Schilderung der Leiden Christi sowie von der Vorlage des Malers Guido Reni abweicht: durch die Wunde an der Schulter und den Dorn in der Lippe.
Erst 1742 konnte das Heilig-Haupt-Bild öffentlich aufgestellt werden. Rasch wurde es berühmt, weil viele Gebete erhört worden waren, und das Motiv wurde vielfach kopiert. Die Kopien sollen durch Berührung mit dem Original von diesem die wunderbare Kraft erhalten. Auch weniger gelungene Kopien wurden in Kärntner Kirchen verehrt; eine davon ist im Schloss Möderndorf im Gailtal Museum zu sehen.
Als 1749 die Pest in Klagenfurt wütete, bat der Magistrat den Stadtpfarrer, vor dem Heiligen Haupt eine Bittandacht zu halten, auf dass keine Menschen mehr der Pest zum Opfer fallen. Während der neun angesetzten Gebetstage ließ das Sterben nach. Die Seuche war besiegt! Daher wurde die Heilig-Haupt-Andacht als feste spirituelle Tradition installiert – bis heute.
Andacht auch unter Bomben
1933 etwa wurden in zwei Drittel aller Kärntner Pfarren Heilig-Haupt-Andachten gehalten. Sogar gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als es in der Hauptandachtswoche zu schweren Bombardements gegen die Stadt kam, ließen sich die Klagenfurter Bürger sich vom Besuch der Andacht nicht abhalten. Die Kirche konnte die zahlreichen Besucher nicht fassen, viele Gläubige nahmen vom Pfarrplatz aus an der Feier teil.
Nach dem Rosenkranz folgt stets der Gottesdienst, musikalisch gestaltet und mit einer Predigt eines Gastes; Diakone, Priester, Bischöfe, Äbte, „Krone“-Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger und mit Michael Max auch der Rektor des Päpstlichen Instituts Santa Maria Dell‘Anima in Rom, der laut Gerüchteküche als Schönborn-Nachfolger gehandelt wird, predigen heuer.
Bereits seit Donnerstag, 27. März, bis Samstag, 29. März, werden in der Filialkirche St. Kunigund in St. Leonhard im Lavanttal die Heilig-Haupt-Andachten mit Rosenkranzgebet und Kreuzwegandachten um 18.30 Uhr und anschließender heiliger Messe gefeiert. Die Predigten halten der Wolfsberger Stadtpfarrer Krzysztof Kranicki (27. 3.), Pfarrer Markus J. Plöbst aus Leoben (28. März) und der Regens der Priesterseminare der Diözese Graz und der Diözese Gurk, Thorsten Schreiber, (29. März). Bei den Heilig-Haupt-Andachten in der Pfarre Moosburg von Montag, 31. März, bis Freitag, 4. April, jeweils mit Rosenkranzgebet und Beichtgelegenheit um 17.30 Uhr und heiliger Messe und Andacht um 18 Uhr, hält Anton Štrukelj, Pfarrer in Bled, die Predigten. Heilig-Haupt-Andachten werden auch in den Pfarren St. Veit an der Glan (3. bis 5. April, jeweils um 18.30 Uhr), und St. Stefan am Krappfeld (Filialkirche St. Kosmas, 11. April, 18 Uhr) gefeiert.
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