Es gibt Momente, in denen die Medizin – wie jetzt im Landesklinikum St. Pölten – über sich hinauswächst. Baby Jakob kann nun seit Monaten erstmals seine Mama und seinen Papa hören ...
Winzling Jakob hatte am 29. Juni 2024 das Licht der Welt durch einen Kaiserschnitt erblickt, sechs Wochen zu früh! Ein Neugeborenes, zerbrechlich, aber voller Leben. Doch mit der Geburt kam für die Eltern Jaqueline und Jakob E. – beide 33 – aus Maria Anzbach im Wienerwald auch eine dramatische Diagnose: beidseitige Taubheit. Ein Schicksal, das die Welt ihres Kindes in Stille hüllte – und jene von dessen Mama und Papa mit Unsicherheit.
Aber dann begann eine andere Geschichte, eine Geschichte, die nicht von Grenzen, sondern von Möglichkeiten handelt. Das ist auch einer medizinischen Standarduntersuchung geschuldet. „In Österreich ist das flächendeckende Neugeborenen-Hörscreening Norm“, schildert Dr. Georg Mathias Sprinzl, Leiter der Abteilung für Hals, Nasen und Ohren am Uniklinikum in St. Pölten. Was auch bei dem kleinen Jakob erfolgte.
Ein medizinisches „Wunder“
Ein kleiner Test, ein paar Minuten – und doch ein lebensverändernder Moment. Am 30. August, nur zwei Monate nach seiner Geburt, stand nach gründlichen Untersuchungen fest: Der Säugling würde ohne medizinische Hilfe nie die Stimme seiner Mutter hören. Doch was früher ein Urteil für ein Leben in Stille bedeutete, ist heute eine Einladung an die Medizin, ein ärztliches „Wunder“ zu wirken.
Team half dem kleinen Jakob
Philipp Schörg, erfahrener Audiologe, und Primarius Dr. Sprinzl, einer der besten Spezialisten Europas in diesem Fachgebiet, nahmen sich Jakobs Fall an. „Noch im Sommer hatten wir die Termine für das MRT bekommen. die Operation wurde für das heurige Frühjahr fixiert. Unser über alles geliebtes Baby war damals erst zwei Monate alt. Aber wir hatten nie Zweifel, die richtige Entscheidung getroffen hatten. Denn das gesamte Team hat uns von der ersten Minute als kleine Familie empathisch umsorgt“ erinnern sich Eltern.
Operation verlief erfolgreich
Jetzt im März war es soweit. Jakob war 8,5 Monate alt, als die Spezialisten ihn in den Operationssaal brachten und Cochlea-Implantate – kleine technische Meisterwerke, die das Unmögliche möglich machen – einsetzten. Zwei Wochen nach dem Eingriff folgte der eigentliche magische Moment: die Aktivierung des Sprachprozessors. „Und dann – ein Laut, ein Zittern, ein erstes Staunen. Über das Gesicht von Jakob huscht ein Lächeln. Nicht perfekt, nicht sofort – aber er hörte“, so auch die Assistenzärztin Dr. Claudia Hübl. Und unter all den neuen Klängen war da eine, die er instinktiv erkannte, die ihn beruhigte, die ihm Wärme schenkte: die Stimme seiner Mutter.
Durch das Zusammenspiel aus Wissen, Technik und Hingabe wird Jakob ein Leben ohne Einschränkungen ermöglicht. „Wir sind unendlich dankbar, dass unserem Sohn die Möglichkeit geschenkt wurde, zart zu hören“, strahlen Jakob und Jaqueline.
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