Nach Skandal in Wels

Ermittlungen wegen Hitler-Bart auf Magistratsfest

Oberösterreich
26.03.2025 18:16

Ein Beamter mit aufgeklebtem Hitler-Bart sowie ein Kollege, der ihm auch noch den „passenden“ Seitenscheitel zurechtzupft – dieser Skandal auf dem Sommerfest des Welser Magistrats hat jetzt ein rechtliches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Verbotsgesetz.

Der Vorfall datiert mit Juli des Vorjahres. Beim Sommerfest des Magistrats Wels posierte zu vorgerückter Stunde ein Beamter mit aufgeklebtem Oberlippenbart, der unweigerlich an einen Hitler-Bart erinnert, für ein Foto. Auf dem Bild, das der „Krone“ vorliegt, ist zudem die Hand einer weiteren Person zu sehen, die dem Beamten auch noch den Seitenscheitel in eindeutiger Manier zurechtzupft – wir berichteten.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen dieses Fotos, wie der „Standard“ berichtet. Laut dem Bericht soll ein Vorgesetzter dem Beamten den Bart aufgeklebt haben. Das soll der Fotograf der Aufnahme bei seiner Einvernahme angegeben haben. Der Vorgesetzte soll das aber bestreiten.

Vier Beschuldigte
Ermittelt werde demnach nun wegen des Verbotsgesetzes gegen den Träger des Hitler-Bartes sowie gegen den Vorgesetzten. Die Staatsanwaltschaft Wels bestätigt gegenüber der „Krone“ ein laufendes Verfahren und spricht sogar von insgesamt vier Beschuldigten. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Der Vorfall löste nach seinem Bekanntwerden im Dezember heftige Kritik der Welser Initiative gegen Faschismus aus: „Ein öffentlich Bediensteter im fortgeschrittenen Alter müsste auch nach ein paar Bier wissen, dass es widerlich ist, als Menschheitsverbrecher aufzutreten“, meinte damals deren Vorsitzender Werner Retzl.

Dienstrechtlicher Verweis und Alkoholberatung
Magistratsdirektor Peter Franzmayr kommentierte die Angelegenheit so: „Der betroffene Mitarbeiter hat sich damit gerechtfertigt, zu dem Zeitpunkt schon so betrunken gewesen zu sein, dass er gar nicht mitbekommen habe, als ihm der Bart angeklebt wurde.“ Der Beamte habe einen dienstrechtlichen Verweis bekommen und sich einer verpflichtenden Alkoholberatung unterziehen müssen.

Porträt von OÖ-Krone
OÖ-Krone
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