„Teil unserer Stadt“

Islamisches Fastenbrechen im Wiener Rathaus

Wien
28.03.2025 17:22

Der islamische Fastenmonat Ramadan neigt sich dem Ende zu. Muslime verzichten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Donnerstagabend baten Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Ümit Vural, Präsident der IGGÖ, zum traditionellen Fastenbrechen ins Rathaus. Die „Krone“ war mit am Tisch.

Während draußen die Besucher des Steirischen Frühlings den Wiener Rathausplatz zum Beben brachten, herrschte im imposanten Amtsgebäude des Stadtchefs Spiritualität. Bürgermeister Michael Ludwig und Ümit Vural, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft, luden zum interreligiösen Iftar ein, das traditionelle Fastenbrechen im Ramadan, das sich dem Ende zuneigt.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (Bild: krone.tv )
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig

Der große Festsaal schimmerte im zarten Hellgrün, orientalische Musik und die Stimme des Vorbeters klangen durch die Räumlichkeiten. Es ist die größte Veranstaltung dieser Art in Österreich. Auf der Gästeliste standen nicht nur Muslime, sondern auch Vertreter von christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinde.

Wichtiges Signal
„Es soll ein Signal sein, das vom heutigen Abend ausgeht, dass der Islam Teil unserer Gesellschaft, auch Teil unserer Stadt ist“, erklärt Michael Ludwig. Das Motto des diesjährigen Ramadan lautet „Zeit für Beständigkeit“. Des Weiteren betonte der Bürgermeister, dass Fasten nicht nur im Islam eine Rolle spielt.

Der Wiener Bürgermeister mischte sich heiter unter die Gäste.  (Bild: krone.tv )
Der Wiener Bürgermeister mischte sich heiter unter die Gäste. 

„Wir kennen das auch im Christentum, vom Aschermittwoch bis Ostern“, fügt Ludwig hinzu, der die Zusammenarbeit unter den Religionen hervorhob. Immerhin sind im Wiener Religionsrat 20 Kirchen und Religionsgemeinschaften vertreten. Der Bürgermeister verwies außerdem auf das internationale Format der Stadt, mit seinen zahlreichen Organisationen angesiedelt.

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Der Islam ist Teil unserer Gesellschaft.

Michael Ludwig, Wiener Bürgermeister

Dialogzentrum KAICIID verlegt
Bedauerlich findet Ludwig, dass das Dialogzentrum KAICIID von Wien nach Lissabon verlegt wurde. Es ist 2012 von Saudi-Arabien, Österreich und Spanien gegründet worden und stand von Beginn an im Kreuzfeuer der Kritik.

Der Stadtchef gestand weiters, dass er an diesem Tag eher unfreiwillig gefastet habe, weil ein Termin den anderen jagte. Wien befindet sich im Endspurt des Wahlkampfes. 

Hauptspeise: Zarter Kalbstafelspitz mit Serviettenknödel (Bild: Martina Münzer)
Hauptspeise: Zarter Kalbstafelspitz mit Serviettenknödel

Datteln und Wasser
Nach dem gemeinsamen Gebet wurde kurz vor 18.30 Uhr mit dem Menü gestartet. Zuerst wurden Datteln und Wasser gereicht. Warum? „Weil der Prophet Mohammed das Fasten allabendlich mit einer Dattel und Wasser gebrochen hat“, sagte mein Sitznachbar, ein bekannter Iman. Auf dem Speiseplan stand nichts, das nach Orient duftete.

Das Iftar-Menü (Bild: Martina Münzer)
Das Iftar-Menü
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Dieser Abend ist mehr als ein geselliges Beisammensein. Er ist Ausdruck einer Gesellschaft, die trotz ihrer Unterschiede zusammenwächst.

Ümit Vural, Präsident der IGGÖ

Eigener Gebetsraum
Stattdessen gab es Bodenständiges: Linsensuppe mit Wurzelgemüse, danach folgte geschmorter Kalbstafelspitz mit Serviettenknödeln und zum Abschluss wurde ein zartes Mohnsouffle mit Waldbeeren serviert. Zwischendurch war es für Gläubige möglich, das Gebet abseits des Festsaals in einem eigens eingerichteten Gebetsraum zu verrichten. 

Ümit Vural, der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft, verwies auf die Wichtigkeit der gegenseitigen Achtung in unserer Gesellschaft.

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