Er war der „Fresh Prince“ der 90er-Jahre. Will Smith startete seine Schauspielkarriere in der Kult-Sitcom „Der Prinz von Bel-Air“ und machte sich schnell auch in Hollywood einen Namen. Doch schon damals war Musik seine große Stärke. Lange war es ruhig um den Prinzen, doch jetzt folgt Jahre nach „Lost And Found“ (2005) sein neues Album „Based On A True Story“. Wir haben natürlich reingehört ...
Filme wie „Men In Black“, „Sieben Leben“ oder „Bad Boys“ kennt man nur zu gut. Willard Carroll Smith Jr. startete seine Karriere in den 80ern und wurde zunächst als Rapper unter dem Namen The Fresh Prince bekannt. Anfang der 90er-Jahre folgte dann der große Durchbruch mit der international erfolgreichen Serie „Der Prinz von Bel-Air“. Schon mit der Titelmusik bewies er, dass er rappen kann - und war fortan musikalisch wie schauspielerisch nicht mehr von den Bildschirmen oder aus dem Radio wegzudenken.
Es folgten große Rollen, für die er mehrfach für den Oscar nominiert wurde. Vier Grammys später bekam er 2022 dann tatsächlich einen Oscar - für „King Richard“, ein Drama über einen Vater, dessen Töchter Tennis spielen. Doch kurz darauf der Skandal: Bei der Preisverleihung schlug er Comedian Chris Rock auf der Bühne ins Gesicht. Die Folge? Ein Ausschluss von künftigen Oscarverleihungen durch die Filmakademie.
Musikalisch brachte Will Smith 2005 sein letztes Album „Lost And Found“ raus. Jetzt, rund 20 Jahre später, will er es noch einmal wissen - mit seinem neuen Werk „Based On A True Story“. Eines können wir schon mal verraten: Es klingt, als wäre er musikalisch irgendwo Ende der 90er stehen geblieben. In einem Interview mit „Billboard“-Magazin beschreibt Smith das Album als „sehr persönlich“ und „sehr intim“. Insgesamt soll es Teil einer Trilogie werden, denn rund 60 Songs hat er dafür aufgenommen, die thematisch aufgeteilt sind.
Wer zur Hölle ist Will Smith?
Schon beim Intro merkt man, dass der Schauspieler etwas erzählen will. In „Int. Barbershop-Day“ geht es um die Kritik der letzten Jahre. Auf einem klassischen Hip-Hop-Beat hört man verschiedene Stimmen, die eine Art Diskussion in einem Friseur-Studio über den mittlerweile 56-Jährigen führen. Da fallen Sätze wie: „Was zur Hölle denkt Will Smith, wer er ist?“, „Glaubt er, er ist Jay-Z?“, „Er müsste seinen Oscar zurückgeben“, oder „Will Smith ist veraltet“. Und natürlich: „Nimm besser ja nicht den Namen seiner Frau Jada in den Mund.“
Das Intro ist also durchaus amüsant – besser könnte man ein Album kaum starten, doch im weiteren Verlauf wird es musikalisch immer oldschooliger und klingt zunehmend nach späten 90ern und frühen 2000ern.
Gleich der erste Anschlusssong „You Lookin‘ For Me?“ führt die Akte Smith weiter. Mit lauter, fast appellierender Stimme reflektiert er über Herausforderungen und Kontroversen. Direkt im Anschluss folgt der erste Skit „The Reverend“ – melodisch, eindringlich, fast wie eine Predigt. Smith schlüpft in die Rolle eines übermotivierten Predigers, der mit viel Pathos und Nachdruck seine Botschaft vermittelt.
Nach dem düsteren, militärisch anmutenden Track „Rave In The Wasteland“ folgt das erste Feature des Albums: „Bulletproof“ mit Sänger Jac Ross. Der Titel steht sinnbildlich für Unverwundbarkeit gegenüber Kritik. Der Schauspieler bleibt hier quasi kugelsicher und selbstbestimmt. Ross hingegen liefert eine starke, rauchige Stimme, die fast ebenso predigend klingt wie „The Reverend“.
Mit dem Song „Beautiful Scars“ hatte Will Smith im Jänner seinen zweiten musikalischen Schritt zurück ins Rampenlicht gewagt – inklusive Video. In dem Track macht er deutlich: „Ich bin wieder da – und ja, ich trage Narben, aber sie sind schön.“ Inspiriert ist das Ganze von „The Matrix“, einem Film, dessen Hauptrolle Smith einst abgelehnt hatte.
Der einzige wirklich melodische und moderne Song auf dem Album ist „Make It Look Easy“. Kraftvoll, mit einem dynamischen Beat und eingängiger Hook, dieses Stück sticht deutlich heraus. Es ist auch das einzige Lied, das wirklich zeitgemäß klingt und hängen bleibt.
Zurück in die 90er
Zwei Songs später folgt mit „Work Of Art (feat. Jaden)“ fast schon das Ende des Albums – fast, denn zum Abschluss gibt es noch einmal einen Skit als Reverend, der sich wie ein roter Faden durchs Album zieht. Mit „Work Of Art“ hatte sich Smith bereits letzten Sommer musikalisch zurückgemeldet und angekündigt, dass ein neues Album kommt. Gemeinsam mit Russ und Jaden liefert er eine Art Selbstporträt: Es geht um Rückschläge, Selbstzweifel und der Wiederkehr. Inhaltlich zieht sich das durch das ganze Album - allerdings verpackt in typischem Oldschool-Rap.
Und genau da liegt das Problem: Das Album klingt über weite Strecken, als hätte sich der „Fresh Prince“ entweder zurück in die 90er gebeamt – oder würde direkt von dort versuchen, heute wieder Fuß zu fassen. Vieles wirkt nicht zeitgemäß, die Beats altbacken, die Themen zu plakativ. Wer auf Nostalgie steht, wird hier sicher fündig. Für uns persönlich fehlt aber der frische Sound, der nach 2025 klingt.
Wer sich dennoch selbst ein Bild machen möchte: Der „Bad Boys“-Mime wird diesen Sommer live beim FM4 Frequency Festival in St. Pölten auftreten - gemeinsam mit Acts wie Post Malone. Tickets gibt’s bei www.oeticket.com. Das Festival steigt vom 13. bis 15. August, Smith steht am 15. August auf der Bühne.
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