Eine Initiative des VCÖ ruft Radler in der ganzen Steiermark zur Meldung von Problemstellen für den Radverkehr auf. Mehr als 600 solcher Orte wurden bereits auf einer Online-Karte markiert. Die Probleme werden an Gemeinden und Städte weitergeleitet, damit diese Lösungen dafür erarbeiten können.
„Eine Todeszone für Radfahrer“, lautet einer von vielen Kommentaren auf der Online-Karte des VCÖ (Verkehrsclub Österreich), die zur Meldung von Problemstellen im Radverkehr einlädt. Der dazugehörige Pin ist am Grazer Griesplatz zu finden. Mehr als 300 solcher Anmerkungen wurden allein im Grazer Stadtgebiet bereits eingetragen, steiermarkweit sind es schon mehr als 600. Wer beim Radfahren also eine Problemstelle findet, egal ob es sich dabei um einen nicht vorhandenen Radweg oder gefährliche Kreuzungen handelt, kann diese melden und dadurch zu einer Lösung beitragen.
Problemstellen erkennen und lösen
Der Frühling und die steigenden Temperaturen sorgen dafür, dass wieder mehr Radfahrer auf den Straßen unterwegs sind. In der Steiermark benutzen rund 250.000 Menschen täglich oder mehrmals die Woche ihr Fahrrad. Demnach besitzen auch drei von vier steirischen Haushalten zumindest ein funktionstüchtiges Gerät. Um den Radverkehr noch besser zu gestalten und Gefahrensituationen vermeiden zu können, hat der VCÖ eine Initiative zur Erhebung von Problemstellen gestartet.
„Verkehrsschild mitten am Radweg – Wer bitte macht so was?“, fragt sich ein User, der ein Problem bei der Keplerbrücke markiert. Die Keplerbrücke und Keplerstraße sind die beiden Punkte, die in Graz bisher am meisten Einträge bekommen haben und dadurch scheinbar von vielen Radfahrern als problematisch wahrgenommen werden.
Die größten Probleme
Auf der interaktiven Karte, die auf der Webseite des VCÖ zu finden ist, lassen sich an beliebigen Stellen ganz einfach Markierungen setzen, die anschließend mit vorgegebenen Problemen und einer Beschreibung der Situation versehen werden müssen. Diese können sich unter anderem auf den Radweg, die Ampelschaltung oder auch den Kfz-Verkehr beziehen. Eine individuelle Schilderung des Problems ist nicht zwingend notwendig, aber erwünscht. Nach der Veröffentlichung kann den gesetzten Punkten und Kommentaren auch einfach zugestimmt werden.
Insgesamt wurden bereits 601 Problemstellen in 80 steirischen Gemeinden und Städten eingetragen. Einer Zwischenbilanz zufolge sind die am häufigsten genannten Probleme bisher keine oder mangelhafte Radwege, gefährliche Stellen, zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs und unübersichtliche Stellen.
Mehr Sicherheit im Radverkehr
Das Ziel der Aktion ist es, den Radverkehr noch attraktiver zu machen: Der VCÖ sammelt noch bis Ende April Einträge und leitet sie anschließend der zuständigen Gemeinde oder Stadt weiter. „Durch dieses Instrument der Bürgerinnen- und Bürger-Beteiligung erhalten Gemeinden und Städte wertvolle Informationen und können vor Ort prüfen, welche Möglichkeiten der Verbesserung es gibt“, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.
Gerade in der Steiermark könne noch viel auf diesem Gebiet erreicht werden: Vier von zehn Autofahrten sind laut VCÖ kürzer als fünf Kilometer, also ideale Radfahrdistanzen. Mit der Initiative möchte man die Probleme sichtbar machen und zu Änderungen anregen. Ein Appell geht hier an die Gemeinden und Städte, die das Radfahren für die Bevölkerung durch ihre Verkehrsplanung reizvoller machen könnten. „Die Erfahrungen zeigen: Gemeinden und Städte, die gute Bedingungen zum Radfahren schaffen, werden von der Bevölkerung mit mehr Radverkehr belohnt“, so Jaschinsky.
Wer beispielsweise in die Arbeit radelt, weiß, wo es Mängel oder Problemstellen gibt. Durch das Eintragen in die Online-Karte erfahren die zuständigen Stellen davon. Diese Beteiligung trägt dazu, die Verkehrssicherheit vor Ort zu erhöhen
VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky
Positive Bilanz für Radunfälle
Erfreulich ist auch die jüngste Bilanz der tödlichen Radunfälle in der Steiermark: Sind im Jahr 2023 noch rund 13 Radfahrer bei Verkehrsunfällen gestorben, waren es 2024 „nur“ mehr zwei. Die Statistik zeigt, dass nur ein Fünftel der in den vergangen vier Jahren tödlich verlaufenen Fahrradunfälle in der Steiermark auf Radfahranlagen passierten.
Der Aufruf zur Meldung der Problemstellen soll sich auch auf diese Statistik positiv auswirken: „Wer beispielsweise in die Arbeit radelt, weiß, wo es Mängel oder Problemstellen gibt. Durch das Eintragen in die Online-Karte erfahren die zuständigen Stellen davon. Diese Beteiligung trägt dazu, die Verkehrssicherheit vor Ort zu erhöhen“, so Katharina Jaschinsky.
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