Trauer um Frischmuth

„Ihr Werk wird Bestandteil des Kanons bleiben“

Steiermark
31.03.2025 13:43

Große Trauer herrscht nach dem Tod der Grand Dame der steirischen Literaturszene: Bundespräsident Alexander van der Bellen war einer der ersten, der sich zu Wort meldete. Auch gewichtige Stimmen der Literaturszene ehren Barbara Frischmuth.

Tief betroffen vom Tod der steirischen Autorin Barbara Frischmuth zeigten sich am Montag zahlreiche Vertreter der österreichischen Politik wie auch der Kulturszene.

Als einer der ersten meldete sich Bundespräsident Alexander van der Bellen auf X (vormals Twitter) zu Wort: „Mit Barbara Frischmuth hat Österreich eine seiner einfühlsamsten, aufmerksamsten Schriftstellerinnen verloren. Die Weitgereiste blieb eng mit ihrer Heimat Altaussee verbunden, die Liebe zu fremden Kulturen wie zur eigenen Herkunft verstand sie sprachgewaltig zu verbinden. Und nicht zuletzt war Barbara Frischmuth eine Autorin, die früh schon einen respektvollen Umgang mit der Natur einforderte. Ihr Werk wird fester Bestandteil des literarischen Kanons bleiben.“

Große Trauer herrscht auch in der steirischen Landespolitik: „Mit dem Ableben von Barbara Frischmuth verliert die Steiermark eine bedeutende Persönlichkeit unseres Landes“, sagt Landeshauptmann Mario Kunasek. Seine Stellvertreterin Manuela Khom ergänzt: „Ihr bemerkenswertes Schaffen bleibt bestehen und wird auch über ihren Tod hinaus für große Aufmerksamkeit und Anerkennung sorgen.“ Und Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl sagt: „Ihr Verlust hinterlässt eine Lücke, denn mit ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrem tiefen Verständnis für die menschliche Seele hat sie generationenübergreifend – nicht nur literaturaffine – Menschen inspiriert. Barbara Frischmuth war nicht nur eine Meisterin der Sprache, sondern auch eine gesellschaftspolitische Übersetzerin zwischen den Kulturen und vor allem für eine Kultur des Miteinander. 

Klaus Kastberger, Leiter des Literaturhauses Graz, sagte gegenüber der APA: „Barbara Frischmuth war eine der ersten und wichtigsten Frauen, die es im Umfeld der österreichischen Avantgarde zu Anerkennung gebracht hat. Die sanft wirkende, dabei aber immer absolute unnachgiebige Art und Weise, in der sie das mit der Art ihres Schreibens geschafft hat, nötigt dem deutschsprachigen Literaturbetrieb bis heute höchsten Respekt ab.“ Und weiter: „Ihr Werk gehört zum Besten, was die österreichische Literatur hervorgebracht hat. Auch der österreichischen Politik hat sie ihre Meinung gegeigt. Sie fehlt uns gerade auch in diesen Zeiten sehr.“

Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen Autoren schreibt in einer Aussendung: Frischmuth „war und bleibt eine ebenso bedeutende Autorin wie sie eine jahrzehntelange Stütze für alle sozialen Anliegen und Angelegenheiten der Literatur war. Mit ihr verlieren wir eine der prominentesten Stimmen gegen Intoleranz, Hass und Krieg.“

Und Andreas UnterwegerLeiter der Literaturzeitschrift „manuskripte“, mit der Frischmuth seit Jahrzehnten eng verbunden war, sagt: „Mit ihr verliert Österreich eine seiner größten Autorinnen, und wir bei den ,manuskripten‘ unsere älteste und treueste Freundin.“ Und Unterweger zitiert „manuskripte“-Gründer Alfred Kolleritsch, der über Frischmuth sagte: „Mit ihrer Welt weitete sich auch die unsere aus.“

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